Kampf gegen Kinderehen: Bundesregierung beschließt Ehe-Reform

Kampf gegen Kinderehen: Bundesregierung beschließt Ehe-Reform
Symbolbild
Am Mittwoch hat die Bundesregierung ein neues Mindestalter für Ehen beschlossen. Demnach müssen Heiratende mindestens 18 Jahre alt sein. Die Reform soll dazu beitragen, Kinderehen zu bekämpfen.

Das Heiratsalter soll in Deutschland künftig bei mindestens 18 Jahren liegen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zur Bekämpfung von Kinderehen. Er sieht auch vor, dass alle Ehen von Personen unter 16 Jahren grundsätzlich nichtig sein sollen.

Ehen sollen demnach durch Gerichte aufgehoben werden, wenn ein Gatte zum Zeitpunkt der Eheschließung zwischen 16 und 18 Jahren alt war. Bisherige Ausnahmeregelungen fallen weg. Nur in besonderen Härtefällen, etwa bei einer schweren und lebensbedrohlichen Erkrankung, könne davon abgesehen werden - und auch dann, wenn der minderjährige Gatte zwischenzeitlich volljährig geworden ist und die Ehe bestätigt.

Diese Regelungen gelten auch für im Ausland geschlossene Ehen, betreffen also viele Einwandererfamilien. Der Gesetzentwurf geht nun ins parlamentarische Verfahren.

Bundesjustizminister Heiko Maas sagte, Kinder gehörten nicht vor das Standesamt und nicht an den Traualtar. Eine Verschärfung der Rechtslage sei insbesondere mit Blick auf die im Ausland geschlossenen Ehen erforderlich. Es seien vermehrt Minderjährige nach Deutschland geflüchtet, die bereits verheiratet seien.

Wir dürfen keine Ehen dulden, die Minderjährige in ihrer Entwicklung beschädigen", unterstrich der SPD-Politiker.

Der Bundesregierung gehe es darum, im Ausland verheiratete Minderjährige nach deutschem Recht umfassend zu schützen.

Heiraten darf erst, wer 18 Jahre alt ist", sagte Maas.

(Reuters/dpa/RT Deutsch)