Grätsche des Tages: CDU-Politiker Michael Fuchs fordert Boykott der WM 2018 in Russland

Grätsche des Tages: CDU-Politiker Michael Fuchs fordert Boykott der WM 2018 in Russland
Auf der Suche nach Scorer-Punkten für den Wahlkampf: Michael Fuchs, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, hat in einem Statement gegenüber der Süddeutsche Zeitung dazu aufgefordert, die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland zu boykottieren. Er sähe fundamentale Grundrechte nicht garantiert.

Nach den nicht genehmigten Anti-Korruptions-Protesten und anschließenden Festnahmen in mehreren russischen Städten schießt sich die deutsche Politik offenbar wieder einmal auf die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ein. Die Dienstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung zitiert den stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, mit den Worten:

Ein Land, das nicht einmal die elementarsten Bürger- und Grundrechte garantieren kann, sollte grundsätzlich keine Weltmeisterschaft ausrichten.

Der CDU-Politiker spricht von einer "schwierigen Menschenrechts- und Sicherheitslage" und macht sich offenbar Sorgen um die Sicherheit der Fans. Die Situation könne viele Fans davon abhalten, nach Russland zur WM zu fliegen. Der 68-jährige ergänzte, dass der Boykott internationaler Sportveranstaltungen der "seltenste Ausnahmefall" bleiben müsse.

Aber Russland bewegt sich seit geraumer Zeit auf einer gefährlichen Gratwanderung.

In dem Beitrag erwähnt die Süddeutsche auch ein Statement des Russland-Beauftragten der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Seit die FIFA die WM-Entscheidung im Dezember 2010 gefällt habe, haben sich "die innenpolitischen Verhältnisse in Russland zulasten der kritischen Zivilgesellschaft deutlich verschlechtert", so Erler. Zur konkreten Frage eines WM-Boykotts oder eines Entzugs der WM sagte Erler:

Eine Revision dieser Entscheidung läge allein in den Händen der FIFA.

Der Konter aus Russland liess jedoch nicht lange auf sich warten. Gegenüber Sputnik Deutschland äußerte sich das Mitglied des Föderationsrates (Russlands Oberhaus), Alexej Kondratjew, zu den Aussagen aus Deutschland:

Erstes Video des autonomen Matrёshka-Elektrobusses für Gäste der Fußball-WM 2018 veröffentlicht

Man stelle sich vor, solche Ereignisse wie in Moskau hätten in Berlin stattgefunden.

So Kondratjew. Und er ergänzte:

[Was wäre wohl los], wenn eine Gruppe von Protestlern auf die Museumsinsel marschiert und Polizisten Widerstand leistet, anstatt sich im ersten Verwaltungsbezirk von Berlin Mitte, wo die Kundgebung erlaubt ist, zu versammeln?

Die Moskauer Polizei hatte letzten Sonntag zahlreiche Menschen bei einer behördlich nicht genehmigten Demonstration im Stadtzentrum festgenommen. Laut Angaben der Ordnungskräfte nahmen mehr als 7.000 Menschen, darunter viele junge Leute, an der Aktion teil.

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