Kein Schulz-Effekt: Schnellanalyse zur Landtagswahl im Saarland

Kein Schulz-Effekt: Schnellanalyse zur Landtagswahl im Saarland
Es kommen zwar noch Landtagswahlen vor der großen Bundestagswahl, doch der Auftakt ist für Martin Schulz (SPD) daneben gegangen.
Der Sieg der CDU im Saarland war so deutlich nicht zu erwarten. Der Amtsbonus von Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer behielt gegenüber dem Schulz-Hype die Oberhand. Überrascht wurden offenbar auch wieder die Umfrageinstitute – sie lagen mal wieder daneben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kann erst einmal durchatmen.Die Beliebtheit der amtierenden Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer brachte vermutlich den Sieg gegen den Schulz-Effekt der SPD. Inwieweit diese Konstellation auch auf Bundesebene funktioniert, bleibt abzuwarten. Die nächste Herausforderung für Merkel und die CDU kommt im Mai mit den Wahlen in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein. Die SPD ist in beiden Bundesländern traditionell stark. Es wird auch ein Test darüber, ob der Schulz-Hype jetzt gebrochen ist.

Im Saarland wird Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer mit hoher Wahrscheinlichkeit die große Koalition fortsetzen. Für Rot-Rot reichen die Sitze zurzeit noch nicht aus. Es könnte sein, dass sich die SPD und die Linkspartei mit Oskar Lafontaine gegenseitig Wähler weggenommen haben. Die kleinen Parteien mussten Niederlagen einstecken. Die FDP hat den Wiedereinzug in das Landesparlament verpasst. Für die Bundestagswahlen ist das für die FDP kein gutes Zeichen. Sie wird offensichtlich nicht vermisst.

Auch für die Grünen wird es auf Bundesebene nach diesem Ergebnis nicht leichter. Sie ist im Saarland in den letzten fünf Jahren kaum vorangekommen. Die aktuellen Umfragen für die Bundestagswahl sehen sie bei acht Prozent. Doch das muss bekanntlich nichts heißen.  Die AfD punktet trotz Führungsstreitigkeiten. Der Landesverband Saarland hatte sich mit der Bundesspitze um Frauke Petry überworfen. Trotzdem konnte die AfD sich heute auf ihre Stammwähler verlassen und somit ins Parlament einziehen. Allerdings ist das Ergebnis schwächer ausgefallen, als bei der AfD erhofft. Die AfD ist jetzt in elf von 16 Landtagen vertreten.

Auch bei dieser Wahl lagen die Prognosen wieder daneben. Die meisten Umfragen, wie zum Beispiel Infratest Dimap vom 16. März sahen die CDU und die SPD fast gleichauf bei knapp 35 Prozent.