Armutsland Deutschland? Bundesregierung stellt bedrohliche Entwicklungen fest

Armutsland Deutschland? Bundesregierung stellt bedrohliche Entwicklungen fest
Symbolbild
Etwas ist faul im Staate Deutschland. Das sagen nicht (nur) Verschwörungstheoretiker. Nein, diesmal hat sich die Bundesregierung selbst besorgt gezeigt - über das Auseinanderdriften der Gesellschaft in reich und arm.

Same procedure as every year. Jedes Jahr erscheinen mehrmals Berichte, in denen über die wachsende Schere zwischen arm und reich in Deutschland geklagt wird. Die Politik reagiert stets nachdenklich. Doch einige Tage später ist alles vergessen.

Im neuen Armutsbericht der Bundesregierung warnt diese vor den Gefahren eines wachsenden Gefälles zwischen den wohlhabenden und einkommensschwachen Gesellschaftsschichten, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Bundesregierung hat die endgültige Fassung des Berichts noch nicht veröffentlicht.

Sind die Unterschiede zwischen arm und reich zu groß und wird erworbener Reichtum als überwiegen leistungslos empfunden, so kann dies die Akzeptanz der Wirtschafs- und Gesellschaftsordnung verringern", steht der Süddeutschen zufolge im Bericht. Wenigverdiener würden ihre Anstrengungen vielfach als nicht ausreichend respektiert wahrnehmen.

Den Finanzschwachen seien Aufstiegschancen für sich selbst und ihre Kinder wichtig. Sollten diese nicht vorhanden sein, "kann dies in allen Gesellschaftsschichten zu Verunsicherung führen", zitiert die Süddeutsche den Bericht.

Der Berichtsentwurf halte jedoch auch fest, dass eben jene Aufstiegschancen erheblich gesunken sind. Obwohl die Reallöhne inflationsbereinigt gestiegen sind, stagniert die Armutsrate auf konstantem Niveau. Zwischen 2013 und 2016 wuchs die Anzahl der erheblich überschuldeten Menschen von 3,79 Millionen auf 4,17 Millionen Menschen.

Auch auf die sich vergrößernde Ungleichheit bei der Vermögensverteilung geht der Bericht ein. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitze nur

etwa ein Prozent des gesamten Nettovermögens, während die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens besitzen.

Seit dem Amtsantritt der rot-grünen Bundesregierung im Jahr 1998 habe sich dieser Wert ständig verschlechtern.

Bereits im Oktober des letzten Jahres gelangte die erste Version des Berichtes an die Öffentlichkeit. Die Autoren stellten darin fest, dass reichere Bürger oftmals stärker auf die Politik einwirken können als ärmere. Nach einer Intervention vonseiten des Bundeskanzleramtes verschwand jedoch diese Passage.

ForumVostok
MAKS 2017