Terror-Alarm in Essen: Dschihadist chattete offenbar mit Verfassungsschutz

Terror-Alarm in Essen: Dschihadist chattete offenbar mit Verfassungsschutz
Polizeikräfte hatten nach einer vermeintlichen Anschlagsdrohung das Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen abgesperrt.
Wegen einer Terrorwarnung wurde letzten Samstag ein Essener Einkaufszentrum geräumt. Thomas de Maizière sprach von einem vereitelten IS-Terroranschlag. Doch offenbar löste eine Fehleinschätzung eines Mitarbeiters vom Verfassungsschutz den Alarm und den Großeinsatz aus. Er hatte mit dem Dschihadisten zuvor gechattet.

Laut Berichten des Spiegel, wurde der Großeinsatz am vergangenen Samstag in Essen aufgrund eines Chats zwischen dem Dschihadisten Imran-Rene Q. und einem Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz ausgelöst. Laut Sicherheitskreisen schrieb der aus Oberhausen stammende Q., der zurzeit in Syrien für den IS kämpft, über Facebook an seinen Kontakt:

Wenn es klappt, Inschallah, dann in zwei Tagen Essen Zentrum, die große Einkaufshalle.

Thomas de Maizière bestätigt: IS stand hinter vereiteltem Terroranschlag in Essen

Laut Q. würden dort „zwei libanesische Brüder“ zuschlagen. Der Kontaktmann solle sie finden. Er könne derzeit nicht mehr sagen. Es ist offenbar nicht die erste Konversation zwischen Q. und seinem Kontakt in Sachen Terror und Anschläge. Laut Sicherheitskreisen hat Q., der im Frühjahr 2015 nach Syrien ausreiste, seinem Facebook-Kontakt schon vor einigen Monaten eine Anleitung zum Bombenbau geschickt.

Zudem habe er versucht, seinen Kontakt zu Anschlägen zu überreden. Aufgrund dieser Vorgeschichte nahm der Verfassungsschutz die aktuelle Ankündigung sehr ernst und informierte die Polizei. Das Einkaufszentrum in Essen wurde am Samstag von schwer bewaffneten Einsatzkräften abgeriegelt. Zudem wurden zwei weitere Männer aus dem Umfeld von Q. durch Sicherheitskräfte befragt. Bei einem der Befragten soll es sich um den Bruder von Q. handeln.

In den Medien war zunächst davon ausgegangen worden, dass man erfolgreich einen Anschlag verhindert habe. Doch einige Behörden äußern Zweifel darüber, ob überhaupt konkrete Anschlagspläne vorlagen. Q. habe bei Nachfragen seines Kontaktes keine Details über den geplanten Anschlag genannt. Vermutlich handelte es sich um eine Art Test. Q. wollte eventuell seinen Kontakt überprüfen.