Verfassungsschutz: Islamisten und Reichsbürger bedrohen Deutschland

Verfassungsschutz: Islamisten und Reichsbürger bedrohen Deutschland
Der Verfassungsschutz hat vor einer steigenden Anzahl gewaltbereiter Dschihadisten gewarnt. Deutschland gerate zunehmend in den Fokus des so genannten IS. Auch die Reichsbürger stellen ein wachsendes Problem dar, so der Verfassungsschutz.

Insgesamt gebe es fast 1.600 gewaltbereite Islamisten in Deutschland. Das teilte der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutzes, Hans Georg Maaßen, am Mittwoch mit. Die Verfassungsschützer erhalten demnach immer mehr und immer konkretere Hinweise auf Terror-Bedrohungen. Anschläge in Deutschland zu verüben sei für die Terrormiliz ein wichtigeres Ziel als in vergangenen Jahren.

Bereits im Jahr 2008 hatten somalische Piraten den deutschen Segler Jürgen Kantner und dessen Frau entführt. Damals kamen diese gegen eine Zahlung von angeblich 445.000 Euro frei. Diesmal überlebte seine Frau allerdings nicht: Die Terroristen töteten sie bei der Geiselnahme.

Das Potenzial gewaltorientierter Islamisten in Deutschland nimmt stetig zu und wird sich weiter erhöhen", so die Behörde.  

Terroranschläge islamistischer Radikaler seien "jederzeit möglich". 

Aber auch andere Kreise bedrohen hierzulande die Sicherheitslage. Auch die so genannten Reichsbürger beschäftigen den Geheimdienst. 

Inzwischen ist die Szene auf 10.000 Personen angewachsen. Etwa 700 Reichsbürger besitzen laut Verfassungsschutz eine waffenrechtliche Erlaubnis. Das beunruhigt den Verfassungsschutz-Präsidenten.

Es gebe bei Teilen der Reichsbürgerszene eine erhebliche Gewaltbereitschaft, so Maaßen.

Die Bewegung, die die Bundesrepublik und deren Organe nicht anerkennt, habe sich im Laufe des letzten Jahres zunehmend radikalisiert. Der Geheimdienst schätzt, dass sich auch etwa 500 bis 600 Neo-Nazis der Szene angeschlossen haben - eine gefährliche Kombination.