BER: Wo nicht die Flugzeuge fliegen, sondern die Bosse

BER: Wo nicht die Flugzeuge fliegen, sondern die Bosse
Auf dem BER gibt es immer etwas zu tun. Yippiejaja-yippie-yippie-yeah.
Am Mittwochabend ist es im BER-Aufsichtsrat offenbar zu einer langen, dramatischen Sitzung gekommen. Der einzige Tagesordnungspunkt: Die Zukunft des angeschlagenen Flughafen-Chefs Karsten Mühlenfeld (53). Eine Entscheidung wurde vorerst nicht getroffen.

Die am längsten laufende deutsche Unterhaltungsserie ist die Lindenstraße. Seit 1985 verfolgt Deutschland jeden Sonntagabend das Schicksal der Bewohner in der fiktiven Straße Münchens. Die von Wikipedia als "deutsche Seifenoper" charakterisierte Fernsehsendung hat immerhin bereits so bedeutende Auszeichnungen wie den Bambi (1989), die Goldene Kamera (1998) und den Adolf-Grimme-Preis mit Gold (2001) gewonnen.

Bauen am BER - kein Ende in Sicht

Ein weiterer deutscher Dauerbrenner in Sachen Unterhaltung ohne Ende ist der so genannte Flughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt". Doch so viel Ehre wie der Lindenstraße wird dem BER vermutlich nie zuteilwerden. Dabei gibt die Episodenliste so einiges her. Das Aufzählen aller Pannen würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Die neuste Episode liest sich so: Der amtierende Geschäftsführer der BER-Flughafengesellschaft, Karsten Mühlenfeld, stellt letzte Woche seinen Technik-Chef, Jörg Marks, frei. Es folgten kritische Stimmen vonseiten der Gesellschafter und des Kontrollgremiums hinsichtlich dieser Entscheidung. Mit dem Rauswurf von Marks ginge Fachwissen verloren und zudem habe die Trennung hohe Abfindungskosten zur Folge. Die Zahl von 500.000 Euro steht im Raum.

Zudem hatte Mühlenfeld gegenüber dem Tagesspiegel behauptet, Berlin sei seit Wochen darüber informiert gewesen, dass er einen Nachfolger für Marks suche. Tatsächlich war der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) aber erst wenige Tage zuvor eingeweiht worden. Nun wird offen darüber gemunkelt, dass es mit dem Vertrauensverhältnis zwischen dem Flughafen-Eigentümer Berlin und dem Bund, was Mühlenfeld anbelangt, nicht mehr zum Besten bestellt ist.

Derzeit werden anscheinend mehrere Szenarien durchdacht: Mühlenfeld muss seine Posten räumen, Marks kommt wieder zurück. Mühlenfeld behält seinen Job, Marks kommt trotzdem wieder zurück. Oder Mühlenfeld bleibt und Marks hat endgültig ausgespielt. Offenbar hat sich in der Sitzung vom Mittwoch, die bis tief in die Nacht ging, keine Mehrheit für einen Rauswurf Mühlenfelds gefunden. Am Montag soll die nächste Sitzung folgen.

Die Lindenstraße kommt mittlerweile auf über 1.500 Episoden. Doch der BER macht zumindest in dieser Hinsicht Boden gut.

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