SPIEGEL unter Verdacht: Fake-News-Kampagne gegen Russland

SPIEGEL unter Verdacht: Fake-News-Kampagne gegen Russland
Neben Militär- auch Medienbündnis? Im deutschen Mainstream hat die NATO einen treuen Zuträger.
Russland ist erneut ins Visier NATO-treuer Medien geraten, die dem Land mit einer Desinformationskampagne eine Desinformationskampagne vorwerfen. Um die Absurdität der Vorwürfe zu verdeutlichen, reicht es aus, den ursprünglichen SPIEGEL-Artikel über die Story leicht anzupassen.

Eine satirische Erwiderung:

Die neuerliche Fake-News-Attacke zur Diskreditierung Russlands geht auf NATO-Diplomaten zurück. Soldaten des transatlantischen Militärbündnisses sind seit einigen Wochen in Litauen stationiert, was in Russland als ein Akt westlicher Aggression gewertet wird.

Das Vorgehen des Spiegels erinnert frappierend an den „Fall Lisa“ in der Hochzeit der Flüchtlingskrise 2016. Bis heute wird die Falschaussage einer Minderjährigen, russischen Medien zur Last gelegt, obwohl RT Deutsch äußerst kritisch und distanziert über die Vergewaltigungsvorwürfe berichtete.

Gut orchestrierter Angriff

Die Offensive gegen Russland ist gut orchestriert. So veröffentlichte Matthias Gebauer am 16. Februar einen ausführlichen Bericht auf Spiegel Online, der offenkundig weite Verbreitung fand. In dem Beitrag wurde gemutmaßt, dass eine E-Mail, die der litauische Parlamentspräsident über eine angebliche Vergewaltigung durch in Litauen stationierte Bundeswehrsoldaten erhalten habe, Teil einer russischen Desinformationskampagne sei.

Auf den ersten Blick wirkt der Schrieb wegen seinem spektakulären Plot derart spannend, dass weitere deutsche Mainstreammedien die angebliche Nachricht aufgriffen und abschrieben. Auch die reißerische Überschrift, die Gebauer später relativieren musste, war offenbar bewusst ausgewählt worden: Das Narrativ russischer Desinformation verspricht eine schnelle Verbreitung, da in den deutschen Medien viele Journalisten für diese Mission stationiert wurden.

Fake News über Fake News - kurz nach Erscheinen, musste Spiegel Online die Überschrift des Artikels bereits korrigieren.

Die Deutsche Welle, BILD, FAZ und viele andere reagierten schnell. Ohne jede Überprüfung, ob es einen russischen “Fake News-Angriff” überhaupt gegeben hat, titelten die Publikationen „Fake-News-Kampagne gegen Bundeswehr“, „Fake-News als Waffe - Attacke auf die Bundeswehr in Litauen“ oder auch „Russland unter Verdacht: Fake-News-Kampagne gegen die Bundeswehr

Die deutschen Mainstreammedien nehmen ihre eigene Fake-News-Attacke gegen Russland sehr ernst, auch wenn der von den Urhebern gewünschte Effekt wieder einmal ausbleibt. Das Vorgehen kann klar als Versuch gesehen werden, friedliche und prosperierende Beziehungen zwischen Ost und West zu unterminieren. Eine von vielen Provokationen der deutschen Mainstreamjournalie gegen die Russen und eine weitere Stufe der hybriden Kriegsführung durch die NATO.

In dem aktuellen Fall versuchen NATO-Medien, Russland gezielt zu kriminalisieren und die Unterstützung der deutschen Bevölkerung für eine friedliche Aussöhnung mit dem Nachbarn im Osten zu untergraben, vermuten kritische Analysten. „Wir betonen seit Jahren, an guten Beziehungen interessiert zu sein, aber die Urheber dieser Fake News versuchen, ein Bild zu zeichnen als wolle ein Haufen russischer Verbrecher in westliche Länder einfallen“, so eine hochrangige Quelle, die aber anonym bleiben will.

Vielleicht war der Autor des Artikels noch beschwipst von der Geburtstagsfeier?

Auf weitere Attacken vorbereitet sein

Die Stationierung der NATO-Soldaten in der Region ist nach dem aus Washington orchestrierten Maidan-Putsch ein weiterer aggressiver Schritt des Westens gegen Russland. Moskau fürchtet durch die zunehmenden Manöver an der eigenen Grenze um seine Sicherheit. Aktuell verlegt die NATO im Zuge der Operation Atlantic Resolve hunderte Panzerfahrzeuge und Soldaten an Russlands Westgrenze. Aus Sicht Moskaus verstößt dies gegen eindeutige Vereinbarungen, die im Zuge der Widervereinigung Deutschlands getroffen wurden und sicherstellen sollten, dass sich die NATO nicht nach Osten ausbreitet.

Auf Nachfrage beim Bundesverteigigungsministerium förderte der SPIEGEL keine Details über die möglichen Hintergründe der vom Blatt verbreiteten Fake News-Story zu Tage. Auf weitere propagandistische Behauptungen seitens deutscher Medien muss Russland dennoch vorbereitet sein.

Bewährtes Muster: Gerüchte und Anschuldigungen

Hätten die Leser der etablierten Mainstreammedien die Strategie des Russland-Bashings nicht längst durchschaut, wäre ein Szenario wie einst im „Fall Stürmer“ möglich. Die im Jahr 1923 von Julius Streicher gegründete Publikation hetzte im Interesse des Nationalsozialismus die deutsche Bevölkerung gegen Juden, Russen und andere „Feinde des arischen Volkes“ auf. Es folgte der Zweite Weltkrieg.

Der „Fall Stürmer“ steht bis heute für eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Mediengeschichte, jedoch nicht für das einzig düstere.

Hinweis der Redaktion: Eine frühere Version des Artikels wurde auf Spiegel Online veröffentlicht. Die Überschrift dort lautete zunächst "Russland attackiert Bundeswehr mit Fake-News-Kampagne" und wurde dann in „Nato vermutet Russland hinter Fake-News-Kampagne gegen Bundeswehr“ umbenannt. Spiegel Online räumte damit ein, dass es sich bei der angeblichen Fake News-Attacke aus Russland lediglich um einen Verdacht von NATO-Verantwortlichen handelt.

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