Heckler & Koch stoppt Auslieferung des Granatwerfers XM25 an USA wegen völkerrechtlicher Bedenken

Heckler & Koch stoppt Auslieferung des Granatwerfers XM25 an USA wegen völkerrechtlicher Bedenken
XM25 ist ein halbautomatischer Granatwerfer mit der Fähigkeit, programmierbare Munition zu verschießen.
Der Kampf um die Lizenz zum Töten geht weiter. Heckler und Koch weigert sich, ein wichtiges Element der Wunderwaffe XM25 herauszugeben, solange die US-Amerikaner nicht garantieren können, dass sie internationale Gesetz zum Schutz des Völkerrechts einhalten.

RT-Deutsch hatte über den Streit zwischen dem deutschen Waffenhersteller Heckler & Koch und seinem amerikanischen Partner Orbital Alliant Tech Systems (ATK) berichtet. Jahrelang forschte Heckler & Koch an dem als "neue Wunderwaffe XM25" bezeichneten Granatenwerfer, dessen Munition sich programmieren lässt und große Vorteile im Nahkampf ermöglicht.

US-Soldat während einer Nachtmission in der Nähe des Honaker Miracle Camp im Pesh-Tal der Provinz Kunar, Afghanistan.

Die Munition hat einen Durchmesser von 25 Millimetern und eine Reichweite von 300 bis 500 Metern. Die Munition ist dahingehend programmierbar, dass sich der Zeitpunkt der Explosion bestimmen lässt und es somit möglich wird, auch Feinde außerhalb der Sichtweite unter Beschuss zu nehmen. ATK will Heckler & Koch nun zur Herausgabe der Rechte an der Wunderwaffe zwingen. Ein amerikanisches Gericht soll hierüber entscheiden. ATK fordert 23 Millionen Euro Entschädigung nach zwölf Jahre langer, gemeinsamer Arbeit an der Lizenz zum Töten. 

Nun wurde bekannt, dass sich Heckler & Koch der Herausgabe eines wichtigen Bauteils verweigert. Die Deutschen wollen erst dann liefern, wenn die Amerikaner bei dem Gebrauch der Waffe die Einhaltung der Deklaration “St. Petersburg 1868“ garantieren. Das internationale Abkommen, welchem auch die Amerikaner unterliegen, verbietet, den Granatenwerfer im Nahkampf mit Personen direkt einzusetzen. Die Amerikaner erhoffen sich von der Waffe einen großen Vorteil. Hauptkonkurrent ist das südkoreanische Modell Daewoo K11. Laut Vertrag sollten alle Bauteile Ende des Jahres 2016 geliefert werden. 

Die Waffe kam bereits testweise in Afghanistan zum Einsatz und erhielt bald darauf den Namen “Punisher“ im Armee-Jargon, da sie sich als besonders tödlich für gegnerische “Objekte“ herausstellte. Jeder Versuch der Zielobjekte, Schutz hinter Mauern und Barrikaden zu suchen, ist für den Gegner sinnlos, da die XM25 auch hier trifft und zerstört. Zwischen gegnerischem Talibankämpfer und Zivilist lässt sich aber nicht unterscheiden. 

In einer Nachricht des amerikanischen Portals Breaking Defense vom Februar 2016 heißt es, dass die US-Regierung die Ausrüstung des Militärs mit der Waffe bis zum Jahr 2020 mit 32,2 Millionen US-Dollar unterstützt. Die Wunderwaffe hat auch die digitalen Kriegsschauplätze erreicht. Im Spiel Battlefield 4 wird deutlich, wie sich die Waffe im Nahkampf einsetzen lässt.