Verdi bestreikt Flughäfen: Ein wenig glamouröser Auftakt zur Berlinale

Verdi bestreikt Flughäfen: Ein wenig glamouröser Auftakt zur Berlinale
Mitglieder Verdis in der Haupthalle des Flughafen Tegels während eines Warnstreiks, 8. Februar 2017.
Ohne einen großen Vorlauf rief die Gewerkschaft Verdi ihr Bodenpersonal in Berlin, Hamburg und Stuttgart dazu auf die Arbeit niederzulegen und legte somit in den Morgenstunden fast den gesamten Flugverkehr lahm. Die Streikwarnung kam nur kurz zuvor.

Die Gewerkschaft Verdi rief ihr Bodenpersonal in Tegel und Schönefeld einen Tag vor dem Beginn der Berlinale dazu auf die Arbeit niederzulegen. Mit einer Arbeitsniederlegung des Bodenpersonals ist auch ein Ausfall der Check-ins, der Gepäckabfertigung und das Einwinken und Betanken der Flugzeuge verbunden.  Rund 2000 Mitarbeiter folgten dem Streikaufruf ihrer Gewerkschaft in Berlin, Stuttgart und Hamburg. 

Archivfoto

Damit nahm Verdi den Flugverkehr in seinen Würgegriff und schaffte es diesen in Tegel und Schönefeld lahm zu legen. In Tegel wurden 112 Flüge gestrichen, in Schönefeld 22. Auf der Seite Verdis weist die Gewerkschaft darauf hin, dass die meisten Reisenden viel Verständnis für die Ziele und Arbeitsniederlegung der Gewerkschaftsmitglieder gezeigt hätten. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von einem Euro und Verbesserung für die Tarifverträge. Verdi weist in seiner Pressemitteilung auf die Überlastung der fest angestellten Mitarbeiter hin. Der Streik aber ließ den Reisenden, Fluggesellschaften und Flughäfen nur wenig Zeit zur Vorbereitung. Die Öffentlichkeit erfuhr erst 15 Stunden vor Streikbeginn von dem Vorhaben.

Verdi fordert zudem eine Verbesserung der Aufstiegsmöglichkeiten ihrer Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter des Bodenpersonals verdient derzeit circa 11 Euro in der Stunde. 

Projektsekretär Verdis Enrico Rümker: 

Leider gibt es auch nach mehreren Verhandlungsrunden kein Ergebnis, daher soll mit dem heutigen Warnstreik ein deutliches Signal ausgesendet werden. Die sehr hohe Streikbereitschaft zeigt, dass die Situation ernst ist.

Die Streiks wurden heute bis 11 Uhr morgens weitergeführt.

Verdi hat auch eine seine eigene Online-Show, in der Puppen in Muppet Manier den Tarifzoff erklären:

Wenn man nichts fordert, bekommt man auch nichts.

Das Streikpotenzial allein von Verdi umfasst in diesem Jahr 11,4 Millionen Angestellte für welche die Gesellschaft neue Arbeitsbedingungen zu verhandeln versucht. Ein sehr hohes Potenzial, um das öffentliche Leben zum Erliegen zu bringen und einen hohen finanziellen Schaden anzurichten.