Programmbeschwerde gegen ARD-Tagesschau wegen tendenziöser Berichterstattung zu Syrien und Wadi Bara

Programmbeschwerde gegen ARD-Tagesschau wegen tendenziöser Berichterstattung zu Syrien und Wadi Bara
Der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, Ex-Vorsitzender des ver.di-Betriebsverbandes NDR, haben erneut Programmbeschwerde gegen die Syrien-Berichterstattung der ARD eingereicht. RT Deutsch dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Intendant,

wieder einmal beweisen die Hamburger und die Kairoer ARD-Terroristenversteher um Schwenck und Kühntopp, dass sie über Syrien eine feste Meinung haben: Dort gibt es nur den bösen Machthaber und die braven Rebellen. Wenn die feste Meinung nicht zu den Ereignissen passt, dann wird die Wirklichkeit der Meinung angepasst. So einfach ist das.

Im Bericht der Tagesschau überschrieben mit "Damaskus sitzt auf dem Trockenen" steuert Carsten Kühntopp aus dem ARD-Studio Kairo erneut den üblichen Schwerpunkt der deutschen Syrien-Berichterstattung an. Am Ende seines Beitrags erklärt er den Lesern noch einmal, dass die Rückeroberung des Barada-Tals für die Regierung aus Propaganda-Gründen wichtig sei. Dabei stützt er sich wie immer auf Rami Abdelrahman, den Chef der "oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte", der davon spricht, dass sich die Regierung bemühe, "die Trinkwasserversorgung für Damaskus zu sichern und einen moralischen Erfolg zu erzielen". 

Wieder einmal gilt der Schwenck-Gniffke-Grundsatz: Wir wissen nicht was passiert ist, wir wissen nicht einmal, ob überhaupt etwas passiert, aber wir wissen, was zu berichten ist: Assad bekämpft die "Rebellen" nicht, weil sie das Trinkwasser für 5 Mio Menschen u.a. mit Diesel verunreinigten, sondern weil er einen Propaganda-Erfolg braucht. Wie bösartig muss man sein, so etwas zu behaupten. Mit an Tatsachen orientiertem Journalismus hat so etwas nichts mehr zu tun, es ist blanke Hetze und Propaganda.

Das Magazin Telepolis hat es treffend umschrieben.

Wie würde die westliche Öffentlichkeit darauf reagieren, wenn militante Gruppen unter Führung ausgewiesener Terrorgruppen die Wasserversorgung einer westlichen Hauptstadt kontrollieren und sie immer wieder mal periodisch sperren? Die Berichterstattung würde selbstverständlich darauf drängen, dass die Regierung die Kontrolle schnellstmöglich wiedererlangt. Würde der britischen, französischen, italienischen oder deutschen Regierung dabei unterstellt, dass sie damit Propaganda gegen "aufständische Rebellen" macht?"

Kühntopp behauptet, das Wasserwerk sei durch einen gezielten Angriff zerstört worden. Er sagt aber nicht, wer die Absicht gehabt und es zerstört haben könnte. Er lässt stattdessen einen Dschiadisten (!!) zu Wort kommen (ein überall im Netz verfügbares Foto zeigt den Kerl in Siegerpose, die Arme triumphierend erhoben und offenkundig die Zerstörung des Werks bejubelnd. Aus naheliegenden Gründen zeigt Propagandist Kühntopp das Foto allerdings in seinem Bericht nicht). 

Diesen "Rebell" lässt er „bestätigen", dass Assad mit seinen Fassbomben der Bösewicht war. Damit auch niemandem Zweifel kommen, gibt Kühntopp den zusätzlichen Hinweis, dass die Assad-Regierug auch in Aleppo wiederholt Pumpstationen beschossen hatte. Diese Behauptung ist allerdings durch nichts belegt, sie gehörte zur Propaganda-Munition der "Westlichen Wertegemeinschaft" im Vorjahr, als es ihr darum ging, die Befreiung Ost-Aleppos von Terroristen zu verhindern. Die "Quellen" waren damals die "Weisshelme" und Schwencks Freunde vom terrornahen AMC in Ost-Aleppo, heute alle wie vom Erdboden verschluckt. Mit seinen unbewiesenen Behauptungen versucht Kühntopp zu insinuieren, dass das Werk im Wadi Barada-Tal nur von Assad hat zerstört werden können. Er unterstellt dem syrischen Präsidenten beweislos und ohne ein erkennbares Argument, eins der schwersten Kriegsverbrechen gegen seine eigene Hauptstadt begangen zu haben.

Auch Kühntopps indifferenter Hinweis auf "Rebellen" im Wada-Tal ist verzerrend und desinformierend, bewusste Propaganda im bekannten Stil der Schwenckschen-Terrorversteher und Märchenerzähler.

"Ein wichtiges Element der Auseinandersetzung ist jedoch unstrittig: die Beteiligung der al-Qaida-Truppe al-Nusra an der Besetzung des Gebietes, das für die Wasserversorgung von Damaskus seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielt. Dafür finden sich auch Belege bei ausgewiesenen Kennern der Milizen und der Dschihadisten, die nicht im Verdacht stehen, der Regierung in Damaskus verbunden zu sein, wie dies bei Aymenn J. Al-Tamimi der Fall ist." (Telepolis a.a.O)


Der Bericht ist unvereinbar mit den Programmrichtlinien.

F. Klinkhammer V. Bräutigam

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