Mögliche Anschlagsziele des IS in Berlin: Brandenburger Tor, Reichstag und Alexanderplatz

Mögliche Anschlagsziele des IS in Berlin: Brandenburger Tor, Reichstag und Alexanderplatz
Der 19-Jähriger Syrer, der im März wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft bei der Terrorgruppe Islamischer Staat verhaftet wurde, hat offenbar Anschläge auf touristische Hotspots der Hauptstadt geplant, geht aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofs hervor.

Polizei und Spezialeinheiten bei dem grotesken Sondereinsatz in Chemnitz, 6. Oktober 2016

„Um das Wissen des IS über potenzielle Anschlagsziele in Deutschland zu verbessern, kundschaftete der Beschuldigte ab einem nicht näher feststellbaren Zeitpunkt bis zum 10. Februar 2016 für T. in Berlin den Alexanderplatz, das Brandenburger Tor und das Gebiet um den Reichstag aus. Seine Erkenntnisse darüber, wie viele Personen und Reisebusse sich zu welcher Zeit jeweils an diesen Orten befanden, teilte er in der Woche ab dem 10. Februar 2016 T. von Ba. aus telefonisch nach Syrien mit.“, so der BGH.

Der Syrer Shaas al-M. suchte im Februar Sehenswürdigkeiten für die terroristische Vereinigung IS aus und gab dann die Informationen einem Kontakt in Syrien weiter, insbesondere über die Anzahl von Personen und Touristenbussen an den Standorten zu verschiedenen Zeiten.

Er war angeblich auch als Anwerber und Ansprechpartner für potentielle Attentäter in Deutschland tätig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er mindestens eine Person angeworben haben, die dann von Deutschland aus nach Syrien reiste, um sich dem sogenannten Islamischen Staat anzuschließen.

Ein Polizist am Tatort in Reutlingen, nachdem ein junger Syrer eine Frau mit einer Machete getötet hat

Der Beschuldigte wollte offenbar „alternativ mit zwei unbekannten Personen selbst für den IS in Deutschland einen Anschlag begehen“, sollte die Terrorgruppe es nicht schaffen, „Attentäter für einen nicht näher konkretisierten Anschlag nach Deutschland zu schicken“, ist dem Beschluss des BGH zu entnehmen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schloss sich der Verdächtige im Jahr 2013 dem sogenannten Islamischen Staat in seinem syrischen Heimatdorf an, absolvierte eine militärische Ausbildung und arbeitete für die Terrorgruppe im Wachdienst. Danach reiste er nach Deutschland, wo er sich im Sommer 2015 als Asylbewerber ausgab.

Im März nahm ihn die Polizei wegen Verbindungen zur Terrorgruppe IS fest. Die Anklage wegen der IS-Mitgliedschaft sowie Verstößen gegen das Waffengesetz erfolgte jedoch erst im Oktober.

Die Enthüllungen des Gerichts erfolgten nur zwei Tage nach der Verhaftung von fünf mutmaßlichen Anwerbern des Islamischen Staates, darunter ein angeblicher Drahtzieher des gesamten Rekrutierungsnetzwerks in Deutschland.

Ein weiterer „sehr gefährlicher“ Terrorverdächtiger und mutmaßliches IS-Mitglied wurde von der Berliner Polizei am 3. November verhaftet. Dem BGH lagen jedoch nicht genügend Beweise vor, um ihn wegen terroristischer Aktivitäten zu verurteilen. Er bleibt nun in Haft, weil er Dokumente gefälscht haben soll, berichtet die Deutsche Welle.

Chef-Koordinator von IS in Deutschland festgenommen

Im Oktober wurde ein Terrorverdächtiger, der einen Bombenanschlag auf einen Berliner Flughafen vorbereit haben soll, nach einer zweitägigen Fahndung festgenommen. Er soll sich in der Zelle der Justizvollzugsanstalt erhängt haben. Im September wurden drei Syrer wegen Verdacht auf Verbindungen zum IS festgenommen.

Im Juni verhaftete die Polizei mutmaßliche Angehörige des IS, die ein Massaker in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben sollen.

Die Alarmbereitschaft der deutschen Sicherheitsbehörden ist sehr hoch, nachdem im Sommer eine Reihe von terroristischen Anschlägen durch Einzeltäter begangen wurden.

Am 24. Juli zündete ein 27-jähriger syrischer Flüchtling, der dem Führer des IS seine Treue geschworen hatte, in der bayerischen Stadt Ansbach eine Bombe, die ihn selbst tötete und weitere 15 Personen verletzte. Am 18. Juli 2016 verletzte ein 17-jähriger Flüchtling fünf Personen, als er mit einem Messer und einem Beil bewaffnet Passagiere eines Zuges nahe der Stadt Würzburg angriff.