Wildpinkler gehen Ulmer Münster an die Bausubstanz

Wildpinkler gehen Ulmer Münster an die Bausubstanz
Das Münster in Ulm.
Das Münster in Ulm ist das Wahrzeichen und der Stolz der Ulmer. Mit 161,53 Metern hat es den höchsten Kirchturm der Welt. Doch dem historischen Bau droht Ungemach. Urinschäden nagen an der Bausubstanz. Trotz erhöhtem Bußgeld wird es offenbar nicht besser.

Oben wird renoviert, unten wird demoliert. Eine nicht zu unterschätzende Zahl an Ulmern leidet scheinbar an Blasenschwäche, oder hat ein Problem mit der evangelischen Kirche an sich. Statt öffentliche Toiletten aufzusuchen wird aus dem imposanten gotischen Kirchenbau immer wieder ein Pissoir.

Gerade bei Großveranstaltungen wie dem „Schwörmontag“, einem traditionellen Ulmer Feiertag, wird immer wieder hemmungslos Erleichterung am Ulmer Münster gesucht. Auch an ganz normalen Wochenenden werden die Wände der Kirche gerne zweckentfremdet. Die Schäden, die dadurch an der Kirche entstehen sind nicht zu unterschätzen.

Das 1890 fertig gestellte Gebäude ist aus Sandstein. Und Sandstein saugt den Urin auf, wird porös und zersetzt sich. Nicht nur die Kirchenwände auch der Boden leiden. Der Umtausch der betroffenen Steine kostet viele tausend Euro. „Anscheinend stinkt es in einigen Bereichen im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel“, schrieben die lokalen CDU-Politiker Thomas Kienle, Karin Graf und Bertram Holz in einem Brief an den Oberbürgermeister und Parteikollegen Gunter Czisch.

Und forderten die Erhöhung des Bußgeldes und eine strengere Kontrolle und Überwachung rund um das Kirchengebäude. Oder auch die Einrichtung einer weiteren öffentlichen Toilette. Das Bußgeld wurde zwar tatsächlich von 50 auf 100 Euro erhöht, aber offenbar erfolglos.