Bundesregierung weitet den Mali-Einsatz der Bundeswehr aus

Bundesregierung weitet den Mali-Einsatz der Bundeswehr aus
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf Truppenbesuch.
Das Bundesverteidigungsministerium hat die Verstärkung des Bundeswehreinsatzes in Mali eingeleitet, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Das Truppenkontingent soll mit Hubschraubern sowie weiteren Soldaten verstärkt werden.

Der Einsatz der Helikopter sei aber daran gebunden, dass in zwei Jahren ein anderer Staat diese Aufgabe von Deutschland übernimmt. Ab Ende 2018 soll die deutsche Beteiligung an der UN-Friedensmission in Mali allmählich reduziert werden.

Flüchtlinge durchqueren die Sahara in Richtung Libyen; Agadez, Niger, 9. Mai 2016.

Die Befristung des Helikoptereinsatzes begründeten Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einem Brief an den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon damit, dass die Bundeswehr eigentlich über keine freien Hubschrauber Kapazitäten verfüge. Diese müssten „von ihren derzeitigen Aufgaben abgezogen werden.“ Die Minister schrieben, dass die Helikopter „aus technischen Gründen nur bis zum Beginn des zweiten Halbjahres 2018 zur Verfügung gestellt werden können.“ Sie forderten „verbindliche Zusagen anderer [UN-]Mitgliedsstaaten, die Hubschraubergestellung“ danach zu übernehmen. Bisher stellten die Niederlande die Helikopter für den UN-Einsatz.

Reuters zufolge sind aktuell etwa 550 deutsche Soldaten im Norden Malis stationiert. Der UN-Einsatz umfasse insgesamt rund 15.000 Soldaten und Polizisten. Sie sollen das Friedensabkommen zwischen der Zentralregierung und islamistischen Aufständischen sichern. Bisher seien etwa 100 Soldaten im Rahmen des UN-Einsatzes gestorben.