Deutsche Bank in der Krise: Am Horizont wird es immer dunkler

5 vor 12 für die Deutsche Bank? Die Krisenmeldungen für das traditionsreiche Institut häufen sich.
5 vor 12 für die Deutsche Bank? Die Krisenmeldungen für das traditionsreiche Institut häufen sich.
Nach einem weiteren Ausverkauf ist der Börsenwert der Deutschen Bank zum Wochenstart auf ein neues Rekordtief gefallen. Schon befürchten Analysten, das Institut könnte die jüngsten Verwerfungen nicht überleben – und dabei weite Teile der globalen Wirtschaft mit in den Abgrund reißen.

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Gerade einmal noch 10,18 Euro zahlten Anleger am Dienstag pro Aktie der Deutschen Bank. Vom Allzeithoch bei 100,78 Euro aus bedeutet dies einen Wertverlust von ziemlich genau 90 Prozent in den vergangen acht Jahren. Insgesamt liegt der Wert des Unternehmens bei nur noch 14,5 Milliarden Euro. Für eine der bis dato führenden Banken im internationalen Finanzsystem eine eher kleine Summe.

Und damit nicht genug: Auch die Royal Bank of Scotland und gleich mehrere italienische Banken machen seit Monaten vor allem mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Bloombergs Bankenindex hat allein im September 4,2 Prozent verloren.

Schon verbreiten sich Befürchtungen, eine neue Finanzkrise könnte am Horizont aufziehen, welche die Verwerfungen der Lehman-Pleite im Jahr 2008 noch weit in den Schatten stellen wird. Schon damals konnten die Institute nur unter dem Einsatz massiver öffentlicher Mittel vor dem Kollaps bewahrt werden, ein Szenario, das nun ebenfalls wieder diskutiert wird. So wollen einige Medien erfahren haben, das Bundesfinanzministerium arbeite bereits an einem Notfallplan zur Rettung der Deutschen Bank. Schäubles Haus dementiert, die Deutsche Bank will derartige Berichte nicht kommentieren.

Ohnehin sorgte der deutsche Einfluss gerade erst dafür, dass die italienische Regierung auf einen Bail-Out der Banken des Landes verzichten muss. Neue EU-Regeln sehen vor, dass vor allem die Kunden und Aktionäre wankender Institute zur Kasse gebeten werden sollen. Ein Vorgehen, das jedoch bedeutet, dass Einlagen auf Bankkonten längst nicht mehr sicher sind und welches größere Enteignungen von Sparern und Anlegern zur Folge haben kann. Ein Schritt, aus dem schnell massenhafter Protest und politische Instabilität erwachsen kann.

Das Hauptsorgenkind bleibt dabei die Deutsche Bank. Auf diese prasseln die Probleme derweil aus gleich mehreren Richtungen ein. Zum einen musste das Geldhaus erst kürzlich bekannt geben, dass im zweiten Quartal 2016 nur noch knapp ein operativer Verlust vermieden werden konnte, bereits davor versagte das Institut bei einem Stresstest der US-Notenbank und nun fordert die US-Justiz auch noch Strafzahlungen in der Höhe von 14 Milliarden Dollar – also ziemlich genau der Summe des Gesamtwertes der Bank.

Zwar gehen Beobachter davon aus, dass die Strafe am Ende des Verfahrens deutlich geringer sein wird, es bleiben aber schmerzhafte Einbußen für Bilanztricks, Geldwäsche, Betrug mit Hypothekenkrediten und für zahlreiche weitere Vergehen. Ob die 5,5 Milliarden Euro reichen, die das Bankhaus für Sanktionen bereit hält, ausreichen, ist längst nicht sicher.

Für regelmäßige RT-Leser kommen die neuen Horrormeldungen über die Deutsche Bank alles andere als überraschend. RT-Finanzanalyst Max Keiser hatte schon im Mai 2016 davor gewarnt, dass sich die Großbank zu einem zweiten Fall Lehman entwickeln könnte. Technisch gesehen sei die Deutsche Bank insolvent und werde nur noch künstlich am Leben gehalten. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann dem Traditionshaus der Stecker gezogen wird - mit massiven Folgen für die Weltwirtschaft.