Vizekanzler Gabriel zeigt rechtsradikalen Jugendlichen den „Stinkefinger“

Vizekanzler Gabriel zeigt rechtsradikalen Jugendlichen den „Stinkefinger“
Eine Gruppe vermummter Jugendlicher der NPD-Jugendorganisation hat lautstark versucht, eine Veranstaltung der Sozialdemokraten in Salzgitter zu stören. Sie nannten den Parteichef Sigmar Gabriel unter anderem Volksverräter. Das politische Schwergewicht reagierte jedoch recht unbeeindruckt und zeigte ihnen den Mittelfinger.

Das Video, das am Dienstag im Internet veröffentlicht wurde, zeigt eine Gruppe junger Männer in schwarzen Jacken, die den Vizekanzler und seine Mitarbeiter „Volksverräter!“ nannten sowie Plakate mit der alten NSDAP-Parole „Wer uns verraten? Sozialdemokraten!“ hochhalten, die sie ebenfalls skandierten.
Gabriel versucht daraufhin seine verärgerten Mitarbeiter lächelnd zur Vernunft zu bringen und streckt den Demonstranten seinen Mittelfinger entgegen. Eine Geste, die zuvor schon von Peer Steinbrück zu sehen war, jedoch nicht so viel Aufsehen verursachte wie der „Varoufake“.

Gemeinsam mit den anderen dreht Gabriel der Gruppe den Rücken zu und geht langsam davon. Der Vorfall ereignete sich am Freitag in der Stadt Salzgitter, die Gabriel besuchte, um die Sozialdemokraten bei einer Wahlveranstaltung zu unterstützen.

„Mensch, dein Vater hat sein Land geliebt und was machst du? Du zerstörst es. Ihr Kommunisten, Kulturmarxisten!“, rief einer der Störer und bezog sich mit diesen Worten offenbar auf Gabriels Vater, der bis 1945 Mitglied der NSDAP war.

Heiko Maas, der deutsche Justizminister.

Mitte Juni gab Gabriel der Berliner Morgenpost ein erstaunliches Interview. Darin erzählte er den Journalisten im Zusammenhang mit der AfD:

„Alles, was die erzählen, habe ich schon gehört - im Zweifel von meinem eigenen Vater, der bis zum letzten Atemzug ein Nazi war. Das sind Leute, denen die ganze Weltoffenheit und Liberalität dieses Landes zuwider ist. Die zurück wollen in die verklemmte und verdruckste alte westdeutsche Republik der 60er- Jahre: Wo die Frauen noch zu Hause waren, Ausländer, Schwule und Lesben gefälligst unsichtbar zu sein hatten und abends beim Bier alte Wehrmachtslieder gesungen wurden. Fürchterlich.“

Das Video wurde von einer Gruppe namens „Antifa Kampfausbildung“ hochgeladen, die behauptet, dass die rechten Jugendlichen zu einem Jugendverband der Nationaldemokratischen Partei (NPD) gehören, die von den ehemaligen NSDAP-Mitgliedern und Offizieren Hitlers in den frühen 1960er Jahren gegründet worden ist. Die Polizei stellte im Anschluss an den Vorfall die Identität der vermummten Störer fest und geleitete sie aus der Stadt.