Rechercheprojekt Correctiv erfindet Anschuldigungen gegen RT

Das Team des Rechercheprojektes correctiv.org
Das Team des Rechercheprojektes correctiv.org
RT-Journalisten sollen die Redakteure von Correctiv belästigt haben. Dies gab das Rechercheprojekt heute über Twitter bekannt. Die Anschuldigungen sind frei erfunden. Nichtsdestotrotz empört sich ein Bundestagsabgeordneter und eine ARD-Studioleiterin über den Fall. Das Protokoll eines Sommerloch-Großereignisses.

Obwohl heute alle RT-Redakteure pünklich zur Arbeit erschienen waren, twitterte das Rechercheprojekt Correctiv zum Mittag Ungeheuerliches:

Was war geschehen? Zwei frei arbeitende Medienmacher/Aktivisten statteten der Berliner Redaktion von Correctiv einen Besuch ab, stellten konfrontative Fragen und warfen den Redakteuren des Rechercheprojektes Lügen vor. Kurz darauf erfolgte der Rauswurf. Die Aufnahmen der Szenerie kursieren mittlerweile im Internet:

Wie Correktiv schnell herausfand, handelte es sich bei den ungebetenen Gästen um den Briten Graham W. Phillips und den Deutschen Billy Six:

Jedoch: In Lohn und Brot für RT stehen beide nicht. Zwischen Six und RT bestand zu keinem Zeitpunkt eine geschäftliche Verbindung. Von dem Videoblogger Phillips bezog RT International in der Vergangenheit zwar einzelne Rohaufnahmen, wie es mit zahlreichen freien Zulieferern der Fall ist, doch auch dies ist längst nicht mehr aktuell.

Auf Twitter ergießt sich Phillips vielmehr selbst Anfeindungen gegen RT, nachdem er von Correctiv als Journalist unseres Hauses bezeichnet wurde:

Obwohl die Anschuldigungen gegen RT von Correctiv also frei erfunden sind, und weil alles, was mit Russland zu tun hat, sowieso immer "Putin" ist, weiß der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach schon, wer eigentlich hinter dem Plot steckt. Keine große Überraschung:

Correctiv twittert die "Enthüllung" darauf hin selbst eifrig nach:

Quelle: https://twitter.com/correctiv_org
Quelle: https://twitter.com/correctiv_org

Auch Ina Ruck, die Leiterin des ARD-Studios Washingtons, zeigt sich empört darüber, dass aus ihrer Sicht "Moskauer" Verhältnisse in Berlin Einzug halten:

Auch wenn die Nachrichtenlage aktuell eher dünn ist, müssen wir die etwas übereifrigen Kollegen enttäuschen: RT steht in keiner Verbindung zu den heutigen Ereignissen in den Räumen von Correctiv. Auch wissen wir nicht, was Phillips und Six dazu bewogen hat, die dortige Redaktion aufzusuchen und dem Team von Correctiv Lügen vorzuwerfen.

Wenn die "Rechercheleistung" zu diesem Sommerloch-Thema jedoch beispielhaft für die Arbeit von Correctiv steht, verwundern solche Besuche den unbeteiligten Beobachter nicht wirklich.