Rheinmetall stellt panzerbrechende Glattrohrkanone für Einsatz gegen russische Armata-Reihe vor

Rheinmetall stellt panzerbrechende Glattrohrkanone für Einsatz gegen russische Armata-Reihe vor
Deutschlands größte Waffenschmiede Rheinmetall hat auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory 2016 eine neue 130-mm-Glattrohrkanone vorgestellt. Militärexperten gehen davon aus, dass die Waffe explizit als Offensivsystem gegen die modernste russische Kampfpanzerfamilie Armata entwickelt wurde.

Internationale Waffenmesse in London, 2015.

Die ersten technischen Hinweise auf die Rheinmetall-Waffe und deren Munition lassen laut dem militärwissenschaftlichen Think Tank IHS Jane´s aus London den Schluss zu, dass sich die neue Panzerkanone aus Deutschland unter anderem ideal für die Bekämpfung der russischen Armata-Plattform eignen würde. Diese gehört zur Familie gepanzerter Gefechtsfahrzeuge des russischen Herstellers Uralwagonsawod.

Im vergangenen Mai führte der deutsche Hersteller erste technische Demonstrationen durch. Die Munition für die Panzerkanone werde bereits hergestellt. Einem Report von IHS Jane´s zufolge wird die Firma in Kürze erste Feuerversuche auf dem eigenen Testgelände durchführen.

Offiziell heißt es aus dem Hause Rheinmetall:

„130mm-Waffenanlage L/51 ist ein in Eigenentwicklung entstandener Demonstrator für eine Hauptbewaffnung einer künftigen Kampfpanzergeneration.“

Der Lauf der Kanone sei in etwa 6,5 Meter lang und wiege 1400 Kilogramm. Sie wurde nicht mit einer Mündungsbremse ausgestattet. Das Rheinmetall-Produkt weist einen vertikalen Schiebeverschlussmechanismus und ein erhöhtes Kammervolumen aus. Zusammen mit seinem Rücklaufsystem wiegt das Waffensystem drei Tonnen.

Unterdessen entwickelt die deutsche Rüstungsschmiede eigens neue flügelstabilisierte, panzerbrechende Munition. Für die neue Waffenanlage sei ein neues panzerbrechendes Unterkalibergeschoss mit verlängertem Wolfram-Hartkern entwickelt worden, hieß es. Zudem soll es L/51-Sprenggeschosse abschießen können.

Quelle: RIA Novosti

Die Kanone ist für Kampfpanzer der neuesten Generation gedacht. Potenziell könnte die neue Kanone – unter umfassendem finanziellen Aufwand – in den US-amerikanischen M1A1 Abrams-Panzer, den deutschen Leopard 2-Panzer, den japanischen Typ 90-Panzer, Südkoreas K1A1- sowie K2-Panzer und den neuen türkischen Altay-Panzer nachgerüstet werden. Die 130-mm-Kanone soll bis 2025 in Serienproduktion gehen.

Die Feuerkraft der Waffe ist explizit dafür konzipiert worden, dem besseren Schutz neuer Kampfpanzer, wie des russischen T-14 Armata-Panzers oder der verbesserten Version des T-90-Panzers, etwas entgegenzusetzen. Der T-14 wird seinerseits mit modernster Verbund- und Reaktivpanzerung Malachit+Malachit geschützt.

Moskau stellte vergangenes Jahr den T-14 Armata als eine neue Panzergeneration vor. Ein absolutes Novum ist unter anderem der unbemannte ferngesteuerte Turm. Laut zahlreichen Militär-Experten ist das neue Kampffahrzeug westlichen Panzern, die gegenwärtig im Gebrauch sind, überlegen.