"Embargo noch in Kraft" - USA sperren 15.000 Euro von deutscher Jugendgruppe für Reise nach Kuba  

Der Flug von US-Präsident Barack Obama nach Kuba verlief ohne Komplikationen. Nicht so im Falle einer Dortmunder Jugendgruppe.
Der Flug von US-Präsident Barack Obama nach Kuba verlief ohne Komplikationen. Nicht so im Falle einer Dortmunder Jugendgruppe.
Während US-Präsident Barack Obama bei seinem Staatsbesuch in Havanna von Freiheit und Annäherung schwadronierte, bekommt aktuell eine Jugendgruppe aus Dortmund die absurden Auswirkungen des immer noch geltenden US-Embargos gegen die karibische Insel zu spüren.

Wie das Nachrichtenportal Amerika21 berichtet, hatte der Dortmunder Unterbezirk der Jugendorganisation "Die Falken" im Verlauf der letzten Monate mit viel Mühe und zahlreichen kleinen Aktionen 15.120 Euro für eine gemeinsame Kubareise über die Osterfeiertage dieses Jahres gesammelt. Doch dieses Geld ist während des Überweisungsweges an die staatliche kubanische Tourismusagentur Amistur von einer US-Aufsichtsbehörde mit Verweis auf die Regeln des US-Embargos gestoppt worden.

Der Gruppenleiter der Falken in Dortmund hatte vor zwei Wochen einen Anruf der Sparkasse Dortmund erhalten, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass das an Amistur überwiesene Geld nicht bei seinem Empfänger gelandet sei. Amistur ist auf den Austausch von Jugendgruppen in der ganzen Welt mit Kuba spezialisiert. 

Jeannette Bludau, Sprecherin der Sparkasse Dortmund bestätigt gegenüber der WAZ: "Es gilt aktuell unverändert ein Zahlungsverkehrsembargo der USA gegen Kuba, das deutlich weiter geht als das der EU." So benötige der Auftraggeber für Zahlungen nach Kuba in US-Dollar eine besondere Genehmigung einer US-Behörde, die sogenannte OFAC-Lizenz (Office of Foreign Assets Control).

Organisiert hatten „Die Falken“ die Reise über die Cuba-Hilfe Dortmund.

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Solidaritätsorganisation durch die US-amerikanische Kuba-Blockade auf Probleme stößt. So hat nach Auskunft der Gruppe beispielsweise das US-amerikanische Social-Media-Unternehmen Facebook eine bezahlte Werbeanzeige blockiert. Ebenso war die Zahlung von Spenden über das bargeldlose Bezahl-System Paypal gestoppt worden.

Doch die Reise der Dortmunder Jugendgruppe wurde durch die Intervention der US-Aufsichtsbehörde nicht gestoppt. Die Kubaner haben, nachdem sie den Grund für die ausbleibende Überweisung erfahren hatten, die Jugendgruppe auf eigene Kosten eingeladen. "Die Kubaner wollten unbedingt, dass sie trotzdem kommen" wird Friedhelm Böcker von der Cuba-Hilfe Dortmund von Amerika21 zitiert.