Ein neuer Fall von "Selbstmord"? Weiterer Todesfall im NSU-Zeugenumfeld

Die Zeugenbank im NSU-Prozess
Die Zeugenbank im NSU-Prozess
Im Zeugen-Komplex um den Nationalsozialistischen Untergrund gibt es einen neuen dubiosen Todesfall. Schon im März 2015 starb die damals 20-Jährige NSU-Zeugin Melisa M. offiziellen Angaben zufolge an einer Lungenembolie. Nun ist auch ihr ehemaliger Verlobter Sascha W. tot. Selbstmord - angeblich.

Auch die ZDF-Sendung

Bereits vor einer Woche wurde die Leiche des 31-jährigen Sascha W. gefunden. Eine natürliche Todesursache konnte nicht festgestellt werden, Ermittlungen wurden eingeleitet. Es konnte jedoch kein Fremdverschulden festgestellt werden, was für die ermittelnden Behörden offenbar nur den Schluss zulässt, dass es sich bei dem Fall um Selbstmord handeln muss. Doch mit genauen Details hält sich die Staatsanwaltschaft bedeckt.

Klar ist nur: Sascha W. war einst der Verlobte von Melisa M., die im März vergangenen Jahres ebenfalls verstarb, nachdem sie kurz zuvor vor dem NSU-Untersuchungsausschuss als Zeugin ausgesagt hatte.

Zu der Kette der Toten gehört auch Florian H. - ein ehemaliger Neonazi aus Heilbronn und ein Freund früherer Tage von Melisa M. - der bereits 2013 verkündete, er wisse, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter umgebracht hat. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen es nicht gewesen sein, so H..

Doch H. lebte nach dieser Aussage nicht mehr lange. Am 16. September 2013 verbrannte er mit 21 Jahren in seinem Auto in Stuttgart. Auch hier gehen die ermittelnden Behörden von Selbstmord aus. H. habe einen tödlichen Medikamentenmix zu sich genommen, sich selbst mit Benzin übergossen und dann angezündet, so die Theorie. Zwar gibt es keine Belege für diese Erklärung, allerdings auch keine die dagegen sprechen. Nach dieser Ermittlungslogik könnte H. jedoch auch von Außerirdischen entführt, gefoltert und dann ermordet worden sein. Zwar gibt es keine Belege dafür, aber auch niemanden, der beweisen kann, dass es nicht so war.

Eine genaue Aufklärung des Falles fand wenig überraschend nie statt. Zeugenaussagen weisen jedoch auf Fremdeinwirkung im Falle H. hin. Zudem sollte H. an seinem Todestag eigentlich vom Landeskriminalamt verhört werden.

Nun hat es also auch Sascha W. erwischt, der allem Anschein nach zwar kein direkter NSU-Zeuge war, aber nachweislich Teil des Beziehungsnetzwerkes der Zeugen M. und H. und möglicherweise über Insiderwissen verfügte.

Vielleicht ist der Tod des Sascha W. aber nur ein weiterer Fall von depressionsbedingtem Suizid, wie sie zu Haufe in Deutschland begangen werden, vielleicht war es ein Raubüberfall, eventuell steckt aber auch mehr dahinter. Außerirdische vielleicht?