Verschweigen ist Gold? - Deutsche Medien ignorieren gezielt Moskauer Beweise zu Türkei-IS-Verbindung

Verschweigen ist Gold? - Deutsche Medien ignorieren gezielt Moskauer Beweise zu Türkei-IS-Verbindung
Am 2. Dezember gab das russische Verteidigungsministerium ein umfassendes Pressebriefing und untermauerte die Vorwürfe bezüglich der Implikation der Türkei in den Öl-Schmuggel mit dem "Islamischen Staat" mittels zahlreichen Foto- sowie Videobeweisen und Kartenmaterial. Doch in den Hauptnachrichtensendungen von ARD und ZDF fand dieses Pressekonferenz (PK) ebensowenig Erwähnung wie in den überregionalen Zeitungen. Leserkommentare mit Hinweisen zur PK in Moskau wurden gelöscht.

Die Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministerium zu den Verbindungen der Erdogan-Regierung zum Öl-Schmuggel des Islamischen Staates fiel auf den selben Tag, an dem der Bundestag darüber beriet, ob die Bundeswehr an der Seite und vom Boden der Türkei aus, einen Militäreinsatz durchführen soll. 

Dieser Zusammenhang scheint im vorauseilendem Gehorsam die Schere der Selbstzensur bei den verantwortlichen Redakteuren und Programmleitern aktiviert zu haben. Denn das Risko für die öffentliche Meinung, wenn man den Lesern und Zuschauern eine militärische Intervention der Bundesrepublik an der Seite eines "Partners" vermitteln müsste, der zuvor von Russland mit Foto- und Videobeweisen der Zusammenarbeit mit dem "Islamischen Staat" überführt wurde, wäre nur schwer kalkulierbar. Dann doch lieber auf Nummer sicher gehen, und diesen unangenehmen Part einfach ignorieren.

Diese Taktik mag auch partiell aufgehen bei der Altergruppe 50+, der auch die meisten "Senior-Journalisten" entstammen, allerdings nicht bei der Generation der "digital natives":

Screenshot Stern - Zugeschickt von einem RT Deutsch Leser
Screenshot Stern - Zugeschickt von einem RT Deutsch Leser


Bemerkenswert sind dann auch die Leserkommentare unter den entsprechenden "lückenhaften" Berichten sowie die Hinweise darauf, dass Verweise und Verlinkungen von Lesern und Zuschauern auf die entsprechende Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums in den Foren der öffentlich-rechtlichen Sendern und den überregionalen Printmedien gelöscht oder erst gar nicht genehmigt worden.

Ein Paradebeispiel für diese Art von "Unteschlagungs-Journalismus" bietet die Zeit in ihrem Artikel: "Türkei wirft Russland Lügen wie zu Sowjetzeiten vor". Der Artikel schafft es, über die Vorwürfe Moskaus gegen Erdogan zu schreiben, und dabei weder in Wort, noch in Bild die vom russischen Verteidigungsministerium präsentierten Erkenntnisse zu erwähnen. Mehrere Leserkommentare unter dem Artikel verweisen zudem darauf, dass entsprechende Hinweise auf die Presskonferenz in Moskau gelöscht worden:

Screenshot ZEIT
Screenshot ZEIT
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