Steinmeier: „Russland in Syrien aufrichtig an einer Lösung interessiert“

Quelle: 50th Munich Security Conference 2014/ CC BY 3.0 de
Quelle: 50th Munich Security Conference 2014/ CC BY 3.0 de
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigt sich entgegen dem westlichen Mainstream einsichtig und forderte, die Russische Föderation wieder in die Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) aufzunehmen. Damit will der Minister einer Zementierung der internationalen Isolation Russlands bewusst entgegentreten.

Quelle: Christoph Strässer

Der SPD-Politiker steht mit seiner Einschätzung weitestgehend allein da. Bundeskanzlerin Angela Merkel steht in Sachen Russland nämlich auf einer Linie mit den US-Neocons. Diese fordern einen harten Kurs gegen Russland.

„Sollten wir im Ukraine-Konflikt weitere Hürden erfolgreich aus dem Weg räumen und sollte Russland im Syrien-Konflikt wie bisher weiter gemeinsam mit uns an einer Lösung arbeiten, dann kann und sollte der Westen kein dauerhaftes Interesse haben, Russland aus der regelmäßigen Abstimmung zwischen den großen westlichen Nationen auszuschließen. Unser Interesse war es nie, Russland zu isolieren oder aus den G8 wieder dauerhaft eine G7 zu machen“, erklärte Steinmeier im Interview mit der Bild am Sonntag. Damit stellte der Minister Moskau die Rückkehr in die Runde der G8-Staaten wieder in Aussicht.

Russland sei zudem aufrichtig an einer Lösung des Konfliktes im syrischen Bürgerkrieg interessiert, versicherte Steinmeier. Er sagte:

„Wir dürfen nicht unterschätzen, dass Russland sich mit seiner millionengroßen muslimischen Bevölkerung von den Entwicklungen im Mittleren Osten ernsthaft bedroht fühlt. Russland hat kein Interesse, glaube ich, sich über Jahre hinweg in Syrien zu verschleißen und immer tiefer in einen Krieg hineingezogen zu werden. Deshalb habe ich den Eindruck, dass auch Russland tatsächlich nach einem Ausweg aus der syrischen Katastrophe sucht.“