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"Wegen drohender Repressalien in USA" - Drohnen-Whistleblower Brandon Bryant will ins Berliner Exil

Wie verschiedene Medien berichten und Unterstützer des Whistleblowers bestätigen, will der ehemalige US-Drohnenpilot Brandon Bryant ins Berliner Exil. Nachdem Bryant umfangreich über die US-Drohnenkriege und die Rolle Ramsteins ausgepackt hat, fühlt er sich in seinem Heimatland nicht mehr sicher. Auch versuchten Vertreter der US-Regierung offenbar die Mutter des Whistleblowers einzuschüchtern.
"Wegen drohender Repressalien in USA" - Drohnen-Whistleblower Brandon Bryant will ins Berliner ExilQuelle: Reuters © Stephanie Keith

Brandon Bryant ist nach Edward Snowden der derzeit wohl am wenigsten populäre Whistleblower in Kreisen US-amerikanischer Geheimdienste, Militärs und Regierungsvertreter. Bereits 2013 veröffentlichte der ehemalige Drohnenpilot Details zum ferngesteuerten Krieg der USA im Irak, in Afghanistan, in Pakistan, in Somalia und im Jemen. Besonders heikel, da die Vereinigten Staaten mit einigen diesen Ländern offiziell keinen Krieg führen.

Größeres Interesse an Bryants Enthüllungen setzte allerdings erst Anfang dieses Jahres ein. Vor allem auch in deutschen Medien und bei Veranstaltungen in Berlin unterstrich der Whistleblower die tragende Rolle der US-Militärbasis in Ramstein für den Drohnenkrieg. "Alles was mit Drohnen zu tun hat, läuft über Ramstein", sagte Bryant etwa bei einem Vortrag im Kunstraum Bethanien.

Neben alternativen Medien, konnte selbst der sonst nicht für US-Kritik bekannte deutsche Medienmainstream dies nicht mehr ignorieren, griff Bryants Darstellungen in der Folge auf und ließ den ehemaligen Drohnenpiloten zu Wort kommen.

Am 15. Oktober wurde Brandon Bryant schließlich als Zeuge vor den NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages geladen, da die von Ramstein aus mit organisierten Drohnenangriffe, die ebenfalls viele zivile Opfer zur Folge haben, Hand in Hand gehen mit den Überwachungs- und Spähaktivitäten US-amerikanischer Geheimdienste und ihrer Partnerorganisationen. Für gewöhnlich werden die Angriffsziele über Metadaten von Mobilfunkgeräten ausgewählt.

"Eine Telefonnummer reicht, um Menschen zu töten.", bestätigte der 29-Jährige vor der Ausschuss. Zudem bestätigte Bryant, dass auch der BND Daten liefert, die in der Folge direkt für extralegale Tötungen mittels Drohnen eingesetzt werden. Ungeachtet dieser Tatsachen leugnet die Bundesregierung über ihren Sprecher Steffen Seibert weiterhin die deutsche Beteiligung an den Drohnenkriegen und will auch von der zentralen Rolle Ramsteins bei diesen Operationen nichts wissen.

Nur wenige Stunden nach Bryants Aussage vor dem Parlamentsgremium besuchten zwei US-Militärbeamte dessen Mutter, um ihr mitzuteilen, dass ihr Name auf einer Todesliste des "Islamischen Staates" aufgetaucht sei. Brandon Byrant und seine Anwältin werten dies als einen Einschüchterungsversuch seitens der US-Regierung, da das FBI dem ehemaligen Drohnenpiloten im März bereits ähnliche Warnungen übermittelt hatte, die sich später als falsch herausstellten.

Die britische Whistleblowerin und ehemalige MI5-Offizierin Annie Machon spricht schon seit längerem von einem "Krieg gegen Whistleblower", den die USA führen. Prominente Opfer dieses Krieges sind Chelsea Manning, Julian Assange und Edward Snowden, der vor seiner eigenen Regierung ins russische Exil flüchten musste, nachdem er die globalen Spähaktivitäten der NSA öffentlich machte.

Nun wird es auch Brandon Bryant zunehmend ungemütlich in seiner Heimat. Gegenüber Journalisten und über Vertraute lies dieser durchsickern, dass er künftig gerne in Berlin leben wolle. Eine Unterstützerin des Whistleblowers bestätigte gegenüber RT Deutsch, dass Bryant, der sich gerade in Norwegen aufhält, in seiner Heimat Repressalien zu erwarten hat, wenn dieser dorthin zurückkehrt.

Ohnehin entwickelt sich Berlin immer mehr zum Hotspot für Überwachungskritiker und Dissidenten. Neben der WikiLeaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison lebt auch die Snowden-Dokumentarfilmerin Laura Poitras in der deutschen Hauptstadt. Auch Snowden selbst hatte bereits zuvor eine Anfrage auf Asyl in Deutschland gestellt.

Politisches Asyl in Deutschland hat zudem der US-Deserteur André Shepherd beantragt. Der Kriegsveteran gab in seinem bayerischen Exil RT Deutsch ein ausführliches Interview in dem er der US-Armee schwere Kriegsverbrechen im Irak vorwirft:

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