Deutschland

"Realitäts­verzerrende Propaganda": ÖRR-Mitarbeiter beschreiben die Arbeit ihrer Sender

Der wegen seiner Meinungsäußerung zur Corona-Krise gekündigte SWR-Journalist Ole Skambraks veröffentlicht auf seiner Webseite "Meinungsvielfalt.jetzt" Statements von Journalisten der öffentlich-rechtlichen Medienhäuser, die mit ihren Arbeitgebern hart ins Gericht gehen.
"Realitäts­verzerrende Propaganda": ÖRR-Mitarbeiter beschreiben die Arbeit ihrer SenderQuelle: www.globallookpress.com © Christoph Hardt via www.imago-im/www.imago-images.de

Im Herbst kritisierte der SWR-Mitarbeiter Ole Skambraks öffentlich die Corona-Berichterstattung seines Hauses als einseitig – und wurde daraufhin im November gekündigt. Nun verfolgt Skambraks ein neues Projekt: "Meinungsvielfalt.jetzt" – eine Webseite, die einstigen Kollegen eine Plattform bieten soll, sich im Schutze der Anonymität kritisch zu den Zuständen in ihren Häusern zu äußern. Ein Angebot, das allem Anschein nach gut angenommen wird. 

Ziel der Aktion sei es, "sichtbar zu werden", da durch die sehr einseitige Berichterstattung der letzten Jahre in der Bevölkerung der Eindruck entstanden sei, es gäbe im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nur noch eine Einheitsmeinung: die der Regierung und Konzerne.

Die Öffentlich-Rechtlichen als "Wahrheitsministerium"

Einer der Hauptkritikpunkte in den von Skambraks auf seiner Website veröffentlichten zahlreichen anonymen Statements ist die gefühlte "Gleichschaltung" in den traditionellen Medienanstalten. Die in der Folge zitierten Stellungnahmen und die Angaben zu ihren Urhebern stammen von "Meinungsvielfalt.jetzt"; ihre Echtheit kann nicht überprüft werden. Eine Mitarbeiterin der ARD schrieb demnach zum Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: 

"Die Öffentlich-Rechtlichen werden nun von immer mehr Menschen als ein 'Wahrheits­ministerium' wahrgenommen, das jedem die Fähigkeit abgesprochen hat, sich des eigenen Verstands zu bedienen." 

Die Journalistin, die nach eigenen Angaben im kulturellen Bereich des Senders tätig war, habe in ihrer Medienanstalt "schon länger" beobachtet, wie sich in die Berichterstattung "eine realitäts­verzerrende Propaganda einschlich, die sich mit Vorliebe alter Klischees bediente." Demnach sei ihr zunehmend "eine wachsende Diskrepanz" zwischen ihrer "Wahrnehmung und dem hierzulande verbreiteten Feindbild" aufgefallen, erklärte die Medienschaffende mit Verweis auf das geltende Narrativ über die Corona-Pandemie:  

"Was wir heute erleben, ist lediglich die weitere Zuspitzung dieses Prozesses: Jetzt geht es nicht mehr nur um die bösen anderen Staaten – jetzt geht es um uns alle! Willkommen im Club! Ein offener Diskurs, diskriminierungsfreie Ethik und elementare Höflichkeit im Umgang mit den Opponenten haben sich derweil gänzlich aufgelöst – an oder mit Corona gestorben."

Die Programm-Leitfäden tönten von "Vielfalt, Toleranz, Respekt, Ausgewogenheit", so die Whistleblowerin weiter, doch seien all diese "schönen Worte" vom "eigenen Handeln völlig entkoppelt". Demnach arbeiteten die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten "statt sich für den Erhalt einer freiheitlichen Gesellschaft einzusetzen" lieber daran, "eine schöne Fassade aufrecht zu erhalten, hinter der medial inszenierte Einheits­meinung herrscht, Erinnerung an Pluralismus erfolgreich getilgt und Feindbilder am laufenden Band produziert werden", so die mutmaßliche ARD-Mitarbeiterin.

Sie glaube auch nicht mehr, "dass in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk­anstalten noch ein Sinneswandel stattfinden könnte, oder dass diese Institutionen in ihrem ursprünglichen Sinn noch "reanimierbar" seien:

"Ihre Werte­apostel sind für mich Teil des Systems, in dem Konzerne immer mehr Einfluss auf den Staats­apparat und die Medien ausüben."

Das Spektrum des Sagbaren und Faktenchecker

"Bei uns wird es keine relativierende Berichterstattung zum Thema Corona geben!" zitierte ein anderer, namentlich nicht bekannter mutmaßlicher Mitarbeiter der ARD seinen Vorgesetzten. Ein anderer schreibt, dass es zwar hin und wieder auch mal kritische Beiträge in der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Anstalten gebe, doch habe sich das Spektrum des "Sagbaren" und "Berichtbaren" deutlich verengt. Dieser Prozess werde insbesondere durch sogenannte "Faktenchecker" beschleunigt, heißt es gleich in mehreren der auf der Website veröffentlichten Statements: 

"Durch sogenannte 'Faktenchecker' wird heute ein sicherer Instinkt gefördert, jeden Gedanken, der in eine ketzerische Richtung führen könnte, zu meiden – eine Art vorsorgliche Dummheit sozusagen."

In der Masse der Corona-Beiträge fiel einem anderen mutmaßlichen Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Medien auf, dass "Maßnahmenkritiker oder Experten, die vom vermeintlichen Mainstream-Konsens abweichen", maximal in Nebensätzen vorkämen: 

"Was ich hierbei zu spüren glaube, ist eine diffuse unaus­gesprochene Übereinkunft innerhalb vieler Redaktionen darüber, dass sämtliche Krisenmaßnahmen der Politik richtig und nicht zu hinterfragen seien. Dieses Gefühl deckt sich mit der Aussage eines älteren Kollegen, der mir schon vor vielen Jahren erklärt hat, dass in unserer Anstalt niemand Karriere mache, der sich zu Regierungs­entscheidungen kritisch äußert."

Der journalistische Reflex, solchen "Täu­schungen und Ungereimt­heiten investigativ nachzugehen", so der Whistleblower weiter, "scheint mir bei vielen meiner Kollegen komplett abgeschaltet zu sein." Tatsachen und Indizien, die den offiziellen Erzählungen widersprechen, würden demnach "ausgeblendet". Und er ergänzt:

"In der Konsequenz habe ich seit vielen Monaten den Eindruck, an einer Dauerwerbe­sendung für die Impfstoffindustrie mitzuwirken, in die sich die Mehrheit meiner Kollegen mit großem persönlichen Eifer einbringt."

Manipulation für Quoten

Nach Meinung einer Journalistin, die als Mitarbeiterin des Bayerischen Rundfunks (BR) angegeben wird, agiere der Heimatsender zunehmend wie ein Filmstudio in Hollywood. "Alles, was unsere 'Protagonisten' (die Menschen, über die wir berichten, sind also 'Darsteller'!!!) sagen und tun, dient dem Aufbau eines Spannungsbogens", bemängelte die Journalistin. Und sie fügte hinzu:

"Sie können sich vorstellen, dass solche filmischen Verrenkungen mit 'Protagonisten', die ihr Metier gut beherrschen, manchmal geradezu groteske Züge annehmen. Denn eigentlich soll unser 'Protagonist' – so der Wunschtraum des Redakteurs – scheitern. Böse formuliert: 'Hans Wurst für Filmaufnahmen gesucht!'"

Demnach benutze der BR die Menschen für Zwecke, die "auf den ersten Blick legitim und gut und richtig zu sein scheinen." Dass es sich hierbei um ein gesteuertes Framing handele, sei der mutmaßlichen BR-Mitarbeiterin allerdings erst im Laufe der Corona-Pandemie bewusst geworden. In Fortbildungen würden den BR-Angestellten "immer wieder die dazu erforderlichen Formeln eingedrillt", erklärte die Journalistin.

"Und damit wird jede Geschichte, mag sie auch noch so harmlos erscheinen, zu einem kleinen Baustein für politische Ziele."

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