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Öffentlichkeit unerwünscht – GroKo verzichtet auf Wirecard-Aussage von Investigativ-Journalist

Öffentlichkeit unerwünscht – GroKo verzichtet auf Wirecard-Aussage von Investigativ-Journalist
Der Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal in Berlin startete im Oktober 2020.
Bereits 2015 hatte der Investigativjournalist Dan McCrum in der Financial Times die Betrügereien von Wirecard enthüllt. Damals wurde er angegriffen und geriet ins Fadenkreuz deutscher Ermittler. Im Untersuchungsausschuss soll er nun hinter verschlossenen Türen angehört werden.

Dan McCrum hatte als investigativer Journalist die Betrügereien bei Wirecard bereits im Jahre 2015 in der Financial Times mit der Artikelreihe "The House of Wirecard" ans Tageslicht gebracht. 

Seinen expliziten Wunsch, nun als Zeuge im aktuellen Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal gehört zu werden, haben Union und SPD rundweg abgelehnt. Seit dem 8. Oktober befasst sich zwar ein neunköpfiger parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages mit dem im Juni aufgeflogenen Betrug. Der ehemalige Dax-Konzern Wirecard hatte Anleger über Jahre unter den Augen von Wirtschafts- und Finanzprüfern und Politikern um mehr als drei Milliarden Euro geprellt. Die Unionsparteien und die SPD wollen McCrum jedoch zunächst lediglich als Sachverständigen hinter verschlossenen Türen hören.

Die Oppositionsabgeordneten Fabio De Masi (Linke), Danyal Bayaz (Grüne) und Florian Toncar (FDP) kritisierten das Verhalten der Koalitionsfraktionen. McCrum hatte seine berufliche Existenz riskiert, als er die Wahrheit über Wirecard geschrieben hat. "Daher hätte er einen öffentlichen Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss mehr als verdient gehabt", sagte Toncar. Bayaz warf der Koalition vor, nur eine "Aufklärung light" zu wollen. De Masi sprach von unwürdigem Verhalten und einem Imageschaden für Deutschland.

Scholz und Altmaier bei einer Pressekonferenz im Juni 2020 in Berlin

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Dan McCrum hat sich intensiv mit den Ungereimtheiten bei dem ehemals gehypten Dax-Konzern befasst und darüber geschrieben. Als Konsequenz warf der Skandal-Konzern ihm daraufhin vor, den Aktienkurs zu manipulieren. Mehr noch: Er wurde überwacht, von rund 30 Privatdetektiven verfolgt, von Auftrags-Hackern angegriffen und musste sich drei Monate in einen Bunker einschließen. Ausgerechnet die bundesdeutsche BaFin erstattete im Jahr 2019 auch noch offiziell Anzeige gegen ihn.

Der Untersuchungsausschuss des 19. Deutschen Bundestages soll eigentlich ebendiesen Bilanzskandal um Wirecard politisch aufarbeiten und auch aufdecken, inwieweit die Aufsichtsbehörden versagten, indem sie das deutsche Finanztechnologie-Unternehmen als aufstrebenden Börsenstar – trotz der Hinweise auf Unregelmäßigkeiten – mit Samthandschuhen anfassten. Die Abgeordneten wollen dazu eine Reihe prominenter Politiker als Zeugen befragen, darunter sogar auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Im Sommer hatte der inzwischen insolvente damalige Dax-Konzern Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Firma agierte als Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet an der Schnittstelle zwischen unzähligen Händlern und diversen Kreditkartenfirmen – in einem hart umkämpften Markt.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen machte Wirecard jedoch jahrelang Verluste. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Unternehmen stattdessen seit 2015 Scheingewinne auswies. Mehr als drei Milliarden Euro könnten verloren sein. In diesem Finanzskandal stehen auch die Finanzaufsicht BaFin und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in der Kritik, denen der Betrug jahrelang nicht auffiel.

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