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Interne Dokumente: Tatverdächtiger aus Dresden wollte in die Türkei ausreisen

Interne Dokumente: Tatverdächtiger aus Dresden wollte in die Türkei ausreisen
Interne Dokumente: Tatverdächtiger aus Dresden wollte in die Türkei ausreisen (Symbolbild)
Der mutmaßliche Messerangreifer aus Dresden soll Ende 2017 versucht haben, zu einer Schwester in die Türkei auszureisen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur scheiterte das Vorhaben daran, dass ihm die türkische Botschaft kein Visum ausstellen wollte.

Wie aus internen Dokumenten hervorgeht, wollten die deutschen Behörden dem jungen Mann aus Syrien, der kurz zuvor als islamistischer Gefährder eingestuft worden war und damals in Untersuchungshaft saß, bei seiner Ausreise auch gerne behilflich sein. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur scheiterte das Vorhaben aber daran, dass ihm die türkische Botschaft aufgrund fehlender Nachweise kein Visum ausstellen wollte. Wie die Agentur weiter erfuhr, war geplant gewesen, die türkischen Behörden mit Informationen zu dem IS-Anhänger zu versorgen – allerdings erst nach dessen Ausreise aus Deutschland.

Polizeiauto in der Dresdener Innenstadt: Der Fall der tödlichen Messerattacke wirft Fragen auf.

Der junge Islamist und seine Ausreisepläne waren zu der Zeit mehrfach Thema in der sogenannten AG Status des gemeinsamen Terrorabwehrzentrums von Bund und Ländern. Er geriet ins Visier der Sicherheitsbehörden, weil er für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) geworben und nach einer Anleitung zum Bau von Sprengstoffgürteln gesucht hatte. Das Oberlandesgericht Dresden verurteilte ihn im November 2018 unter anderem wegen Werbens um Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Sichverschaffens einer Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Körperverletzung und Bedrohung zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten.

Der junge Mann, dessen Geburtsjahr in den Akten mit 1998 oder 2000 angegeben wird, hatte im Februar 2016 in Chemnitz einen Asylantrag gestellt. Im September 2017 – nach seiner Festnahme – erklärte er den Akten zufolge, er wolle Deutschland wieder verlassen. Im April 2018 gab er jedoch an, er wolle nicht nach Syrien zurückkehren, da man ihn dort zum Militär einziehen werde.

Am 4. Oktober waren in Dresden zwei Männer Opfer einer Messerattacke geworden. Ein 55-Jähriger aus Krefeld starb, ein weiterer 53-jähriger Mann aus Köln überlebte schwer verletzt. Der junge Syrer steht unter Tatverdacht. Die Ermittler vermuten ein islamistisches Motiv. Der Generalbundesanwalt übernahm die Ermittlungen. (dpa)

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