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Nach Insolvenz des Rezeptabrechners AvP: Jeder fünften Apotheke droht das Aus

Nach Insolvenz des Rezeptabrechners AvP: Jeder fünften Apotheke droht das Aus
Gegen den Rezeptabrechner AvP wurde am vergangenen Mittwoch ein Insolvenzverfahren eingeleitet.
Nach der Pleite des Abrechnungszentrums AvP steht jede fünfte Apotheke in Deutschland vor finanziellen Problemen. AvP schuldet den Apotheken einen dreistelligen Millionenbetrag. Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin hat bereits ein Strafverfahren eingeleitet.

Viele Apotheken können derzeit ihre Rechnungen nicht mehr begleichen. Oft geht es dabei um Beträge von mehreren hunderttausend Euro. Normalerweise sollte das Abrechnungszentrum AvP die Geldbeträge überweisen. Doch wie die FAZ berichtete, hat der Abrechner am letzten Mittwoch Insolvenz angemeldet.

Für zahlreiche Apotheken ist dies ein ernstes Problem, denn AvP deckte mit etwa 3.500 der 19.000 Apotheken in Deutschland rund ein Fünftel des Marktes ab. Bisher reichte das Abrechnungszentrum die Rezepte bei den Krankenkassen ein und leitete die Zahlungen an die Apotheken weiter, die mit dem Geld wiederum weitere Medikamente einkauften. Auf die Auszahlungen der Umsätze für August hatten viele Apotheken jedoch vergeblich gewartet. Insgesamt fehlt diesen nun ein dreistelliger Millionenbetrag.

Symbolbild

Nachdem das Geld nicht auf den Konten eingegangen war, hatte AvP mehrfach versucht, seine Kunden zu beruhigen und verwies auf "technische Probleme bei der Serverumstellung". In einem Rundschreiben des Abrechnungszentrums hieß es:

Die Zahlungen für ihre Rezepte sind auf dem Weg.

Weiterhin würde die Konkurrenz versuchen, "die Gerüchte um AvP emotional auszunutzen". Vergangene Woche schritt dann die Finanzaufsichtsbehörde BaFin ein und übertrug Ralf Bauer als Sonderbeauftragtem die alleinige Geschäftsführung. Dieser bemerkte wohl innerhalb kürzester Zeit, dass AvP keine wirtschaftliche Zukunft mehr habe, und stellte am vergangenen Mittwoch beim Düsseldorfer Amtsgericht den Insolvenzantrag. Zudem habe die Finanzaufsichtsbehörde eine Strafanzeige erstattet, sie hatte sich jedoch noch nicht zu den Tatvorwürfen geäußert.

Der Einsatz eines Sonderbeauftragten zählt zu den Maßnahmen, die die BaFin ergreift, wenn ein Geschäftsleiter persönlich nicht zuverlässig ist. Der Deutschen Apotheker Zeitung zufolge habe ein Mitglied des Vorstands der AvP Service AG keine Zulassung als Geschäftsführer erhalten, da er wegen eines Steuerdelikts vorbelastet ist.

Die wenigsten der betroffenen Apotheken haben die finanziellen Reserven, um die offenen Rechnungsbeträge an den Großhandel zu begleichen. Für sie selbst ist die Pleite der AvP ein ernstes Problem. Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Bernhard Bellinger erklärte gegenüber der FAZ, dass sich unter seinen Mandanten auch 30 Apotheken befinden, die Kunden der AvP sind. Laut Bellinger fehlen denen durchschnittlich rund 120.000 Euro.

In drei Fällen sind es allerdings sogar mehr als 600.000 Euro. Da geht es im schlimmsten Fall um die nackte Existenz.

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG hat laut Deutsche Apotheker Zeitung bereits angekündigt, den betroffenen Apotheken, denen die AvP Geld schuldet, auf unbürokratische Weise mit Überbrückungskrediten zu helfen. Auch Gespräche mit den Großhändlern seien geplant. Zudem hoffen die Apotheken, dass im anstehenden Insolvenzverfahren zumindest ein Teil der ausstehenden Summen gedeckt werden.

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