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Bundestag reformiert KfZ-Steuer: Hoher Verbrauch, mehr Abgaben

Bundestag reformiert KfZ-Steuer: Hoher Verbrauch, mehr Abgaben
Die Kraftfahrzeugsteuer wird künftig stärker daran ausgerichtet, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) ein Fahrzeug ausstößt. Die CO2-Komponente soll gegenüber dem Hubraum stärker gewichtet werden. Die Reform soll Bürger dazu bringen, sparsamere Pkws zu kaufen.

Ab 2021 steigt für neue Autos mit hohem Spritverbrauch die Kfz-Steuer. Selbst kurz vor Mitternacht verhandelte der Bundestag am Donnerstag noch über einige wichtige Gesetzesentwürfe. Mit dem Beschluss soll der Klimaschutz gestärkt werden.

E-Fahrzeuge weiter befreit

Die Reform der Kfz-Steuer soll Bürger dazu bringen, sparsamere Pkws zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind nicht betroffen. Die Kraftfahrzeugsteuer wird künftig stärker daran ausgerichtet, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) ein Fahrzeug ausstößt. Die CO2-Komponente wird gegenüber dem Hubraum stärker gewichtet. Umweltschützer und die Grünen kritisierten, die Reform bringe dem Klimaschutz zu wenig.

Zur Reform gehört auch, dass die bereits geltende Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge bis zum 31. Dezember 2025 verlängert wird, sie soll bis längstens Ende 2030 andauern.

Dominik Freymuth

Um Klimaziele zu erreichen, müssen vor allem beim Verkehr Emissionen gesenkt werden. Zwar steigen auch durch höhere staatliche Kaufzuschüsse die Neuzulassungen von E-Autos, sie liegen aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. Die Bundesregierung betonte, die Reform diene dem Klimaschutz, zugleich aber solle Mobilität bezahlbar bleiben. Bei der Kfz-Steuer handelt es sich um eine Bundessteuer. Sie bringt dem Bund pro Jahr rund neun Milliarden Euro ein.

Kritik kam von Umweltschützern und Grünen. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte der dpa: "Mit ihrer dürftigen Reform wird die Bundesregierung den Umstieg auf saubere E-Autos oder sparsamere Pkw kaum beschleunigen."

Durchschnittlich 15,80 Euro mehr

Durchschnittlich verteuere sich die Kfz-Steuer pro Jahr um 15,80 Euro, bei vielen Autos ändere sich nichts. Deutschland habe im europäischen Vergleich geringe CO2-basierte Kfz-Steuern, zugleich aber stießen Neuwagen in Deutschland mit am meisten CO2 aus.

Der Verkehrsexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Jens Hilgenberg, sagte, die Reform sei nicht viel mehr als Aktionismus. "Das Fahren von Autos mit hohem Spritverbrauch muss aber deutlich teurer und unattraktiver werden, wenn es die Bundesregierung mit dem Klimaschutz ernst meint."

Auch ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand erklärte, die aktuelle Reform könne nur ein erster Schritt sein. "Perspektivisch müssen wir die Kfz-Steuer konsequent und vollständig am CO2-Ausstoß ausrichten, um eine optimale Lenkungswirkung zu erzielen." Der vorliegende Gesetzentwurf sei dennoch ein vertretbarer Kompromiss zwischen mehr Anreizen für Klimaschutz und bezahlbarer Mobilität.

Mehr zum Thema - Verkehrswende: Innenstädte für Benziner und Diesel sperren? (Video)

(dpa/rt)

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