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"Merkels Geschenk" doch noch angenommen: Polen akzeptiert deutschen Botschafter

"Merkels Geschenk" doch noch angenommen: Polen akzeptiert deutschen Botschafter
Arndt von Loringhoven, NATO-Assistenzgeneralsekretär für Nachrichten- und Sicherheitsdienste. Archivbild
Nach mehrmonatigem Zaudern hat die polnische Regierung dem Amtsantritt des neuen deutschen Botschafters im Land zugestimmt. Gegen Arndt Freytag von Loringhoven sprach aus Sicht Warschaus vor allem dessen Familie. Der Vater des Diplomaten war Adjutant im Führerbunker.

Die polnische Regierung hat dem Amtsantritt des designierten deutschen Botschafters in Warschau, Arndt Freytag von Loringhoven, zugestimmt. Das erklärte am Montagabend der stellvertretende Außenminister des Landes, Szymon Szynkowski vel Sęk, gegenüber der Nachrichtenagentur PAP.

Nachdem der bisherige Botschafter Rolf Nikel Ende Juni in den Ruhestand gegangen war, hätte sein designierter Nachfolger den Posten eigentlich bereits antreten sollen. Allerdings ließ das Agrément, also das Einverständnis Warschaus, ihn als Botschafter zu akkreditieren, mehrere Monate auf sich warten – ein beispielloser Vorgang in den Beziehungen zwischen Deutschland und Polen.

Vor allem konservative und PiS-nahe Medien in Polen sehen einen Zusammenhang zwischen dem designierten Botschafter und dem finstersten Abschnitt der deutschen Geschichte (Screenshot des Senders TVP).

Polnische Medien hatten zuvor von Vorbehalten innerhalb der Regierung gegenüber dem neuen Botschafter berichtet. Insbesondere der einflussreiche Vorsitzende der Regierungspartei PiS Jarosław Kaczyński soll mit dieser Personalie nicht einverstanden gewesen sein.

Negativ vermerkt wurde insbesondere die Rolle des Vaters des Botschafters im Zweiten Weltkrieg. Bernd Freytag von Loringhoven war bis Ende April 1945 als Adjutant in Hitlers Führerbunker in Berlin. Dies gab sogar Anlass, die Wahl des Diplomaten als Provokation aufzufassen. Kaczyński soll Freytag von Loringhoven als potenzielle "Besatzungsoffizier" sehen.

Der national-katholische Sender Radio Maryja warnte, der neue deutsche Botschafter werde in Warschau "Kulturkampf" betreiben. "Merkels Geschenk an die Polen: Hitlers Adjutant wird Botschafter in Warschau", titelte das rechtsnationale Magazin Najwyższy Czas. 

PiS-nahe Medien und der öffentlich-rechtlich Fernsehsender  TVP berichteten ausführlich über die Rolle des Vaters Bernd Freytag von Loringhovens in der Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Danach absolvierte er ab 1956 eine steile Karriere in der Bundeswehr. Bei der Vorbereitung des Spielfilms "Der Untergang" diente der Vater wegen seiner Erfahrungen im sogenannten Führerbunker als Berater.

Gegen seinen Sohn und designierten Botschafter Arndt Freytag von Loringhoven wurde auch noch die Mitwirkung von Ahnen seiner Familie beim Deutschen Orden in Preußen und Livland im Mittelalter ins Feld geführt . 

Arndt Freytag von Loringhoven war von 2007 bis 2010 Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes und von 2014 bis 2016 deutscher Botschafter in Tschechien. Zuletzt arbeitete der promovierte Biochemiker als Beigeordneter Generalsekretär der NATO für Nachrichtenwesen und Sicherheit in Brüssel.

Polens Vizeaußenminister sprach im Zusammenhang mit dem nun erfolgten Agrément von einer besonderen Herausforderung, der sich der neue Botschafter angesichts der deutschen Vergangenheit stellen müsse. Szynkowski vel Sęk erklärte, die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges blieben auch 81 Jahre nach dem deutschen Überfall auf Polen "eine riesige unverheilte Wunde im polnischen Bewusstsein".

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