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Continental war laut Historiker tief mit NS-Staat verstrickt

Continental war laut Historiker tief mit NS-Staat verstrickt
Das Unternehmen Continental war laut einer kürzlich erschienenen Studie einer der wirtschaftlichen Stützpfeiler Hitlerdeutschlands.
Der Historiker Paul Erker hat die Verstrickung der Continental AG mit den Nationalsozialisten untersucht. Seiner Studie zufolge war das Unternehmen ein wichtiger Stützpfeiler von Hitlers Kriegsmaschinerie und beutete Tausende Zwangsarbeiter teils bis zum Tod aus.

Die mehr als 800 Seiten umfassende Studie des Historikers Paul Erker zur Verstrickung des Reifenherstellers Continental mit dem NS-Regime hat es in sich: Bei der Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte fand der Historiker heraus, dass das Unternehmen ein wichtiger Stützpfeiler der Wirtschaft in Hitlerdeutschland war, stark von der Aufrüstung profitierte und Tausende Zwangsarbeiter teils bis zum Tod missbrauchte.

Aus den Untersuchungen des Wissenschaftlers geht hervor, dass die Konzernleitung tief mit den Nationalsozialisten verstrickt war und von der Aufrüstung profitierte. Die ehemaligen Continental Gummiwerke und die später zum Konzern kommenden Zulieferbetriebe VDO, Teves, Phoenix und Semperit stellten die Produktion auf zentrale Konsum- und Rüstungsgüter im Sinne der NS-Führung um. Damit waren die Unternehmen laut Erker "das eigentliche Rückgrat der nationalsozialistischen Rüstungs- und Kriegswirtschaft" gewesen.

Ilja Wassiljew von der Alexander-Petschjorski-Stiftung vor dem Denkmal

Vor allem zeigte sich dies bei den strategischen Rohstoffen Kautschuk und Gummi, die der Produktion von Reifen für Militärautos, Schläuche für Panzer-Bremssysteme, Flugzeugteile oder für Absätze von Armeestiefeln dienten. Bei der Herstellung und Erprobung vieler Produkte griff man auf Zwangsarbeiter, gegen Kriegsende aber auch auf KZ-Häftlinge zurück.

Ein besonders makabres Beispiel, auf das der Historiker bei seinen Recherchen stieß, war die sogenannte "Schuhprüfstrecke" des KZ Sachsenhausen. Dort mussten die Häftlinge die Abnutzung von Sohlen und Absätzen auf Verschleiß testen. Die meisten dieser Tests waren gleichzeitig Todesmärsche, denn wenn die Häftlinge vor Erschöpfung zusammenbrachen, wurden sie erschossen.

Über Stunden ohne Pause, Dutzende Kilometer weit, häufig ohne Strümpfe und auch bei Frost drehten 'Schuhläufer' ihre Runden. Und jede Runde kamen sie am Galgen des KZ-Lagers vorbei.

Die jeweiligen Leiter waren für ihre Brutalität bekannt, und es gab zahlreiche Fälle vorsätzlicher Ermordung von dort eingesetzten Häftlingen. Insbesondere Dr. Hans Odenwald, stellvertretendes Vorstandsmitglied der sogenannten Rohbetriebe, in denen die besonders schwere Arbeit verrichtet wurde, sei ein sadistischer Menschenschinder gewesen.

Wenn Ausländer, besonders Russen, wirklich nicht mehr konnten und die Aufsicht bei Dr. Odenwald und dessen Assistenten Thierry wegen besserer Verpflegung baten, wurde von beiden Herren geantwortet, nehmt nicht so viel Rücksicht auf diese Bolschewisten. Wenn sie tot sind, gibt's neue.

Auch in der Produktion von Gasmasken oder bei der Verlagerung der Produktion unter Tage wurden Zwangsarbeiter und KZ-Insassen eingesetzt. Etwa 10.000 Zwangsarbeiter mussten unter "den menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen" leiden und wurden teilweise "bis zur Entkräftung und zum Tod" ausgebeutet. 

Die von Continental in Auftrag gegebene Studie sei laut Erker überfällig gewesen. Der Konzern habe erst relativ spät mit der Aufarbeitung seiner NS-Vergangenheit begonnen. Allerdings sei er damit bei Weitem nicht der Letzte. Erker kritisierte, dass die Aufarbeitung von einigen Firmen wie Siemens bis heute fehlt.

Vorstandschef Elmar Degenhart zufolge sei die Aufarbeitung "des dunkelsten Kapitels der Unternehmensgeschichte" überfällig gewesen.

Die damaligen Entscheidungen waren durch nichts zu rechtfertigen. Aber es ist gleichzeitig eine Mahnung an alle Führungskräfte in Wirtschaft und Politik, mit ihrer Verantwortung sehr sorgsam umzugehen.

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