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Michael Müller in Nöten? Sawsan Chebli fordert den eigenen Chef heraus

Michael Müller in Nöten? Sawsan Chebli fordert den eigenen Chef heraus
Archivbild: Michael Müller beim Besuch der Berlinale im Februar 2020
Sawsan Chebli, in der Berliner Senatskanzlei Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement, will für die SPD im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf zu den Bundestagswahlen antreten – und damit gegen den Regierenden Bürgermeister Michael Müller, der zugleich ihr Chef ist.

Es lag bereits in der Luft, nun ist es amtlich: Sawsan Chebli, in der Senatskanzlei Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement, macht dem eigenen Chef Konkurrenz. Chebli hat am gestrigen Donnerstag erklärt, sie wolle bei den Bundestagswahlen als SPD-Direktkandidatin im Berliner Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf kandidieren. Der Konflikt: Auch Michael Müller, Regierender Bürgermeister und aktuell Cheblis Chef, hatte etwa eine Woche zuvor seine Kandidatur in diesem Wahlkreis offiziell bekannt gegeben.

Natürlich ist das im Prinzip ein ganz normaler Vorgang. Aber irgendwie hat die Angelegenheit auch ein Geschmäckle und dürfte der SPD nicht unbedingt nützen. Müller hatte sich nämlich ursprünglich in seinem Heimatwahlkreis Tempelhof-Schöneberg für eine Direktkandidatur bewerben wollen. Er hatte sich dann aber dagegen entschieden, als dies der scheidende Juso-Chef Kevin Kühnert tat. Dessen Kandidatur sei nach Darstellung der Welt eher überraschend gekommen. Kühnert selbst erklärte in einem Interview mit dem Tagesspiegel auf die Frage, wie der Kreisvorstand reagiert habe:

Dieser Gedanke [an eine Kandidatur] hat sich ja nicht in einer Nacht- und Nebelaktion entwickelt, viele Mitglieder haben mich zuvor bereits darum gebeten, anzutreten. Der Kreisverband ist meine politische Heimat, seit ich 2005 in die SPD eingetreten bin, wir kennen uns also alle gut genug. Die bisherigen Reaktionen waren sehr wohlwollend.

Er mache zudem lediglich "ein Angebot", und es sei "schlicht demokratische Normalität, wenn sich noch jemand bewirbt". Zudem könne Müller "nur selbst entscheiden, was seine politischen Ziele mit Blick auf das Wahljahr 2021 sind".

Müller war daraufhin in einen anderen Wahlkreis "ausgewichen" – und zwar nach Charlottenburg-Wilmersdorf. Parteiintern hatte sich dort aber bereits Chebli in Position gebracht. Charlottenburg-Wilmersdorf ist Cheblis Heimatwahlkreis. Der dpa erklärte sie am gestrigen Donnerstag, wohl auch mit Blick auf Müllers Kandidatur:

Ich bin froh, dass ich in einem Land lebe und in einer Partei aktiv sein darf, wo nicht Anspruchshaltung, sondern Engagement und Überzeugungen den Ausschlag geben.

Die Angelegenheit erhält vor allem dadurch einen gewissen Beigeschmack, dass es sich bei Müller ja nicht nur um Cheblis Chef, sondern auch um eine Art politischen Ziehvater handelt. Offenbar konnte oder sollte parteiintern keine andere "Lösung" gefunden werden.

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD), hier bei einem Protest am 8. Februar 2020 in Berlin gegen die Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich mit Stimmen der AfD, erlitt nun vor Gericht eine Niederlage.

Chebli erklärte der Welt, sie sei "bereit für die Bundespolitik" und freue sich nun auf einen "offenen und fairen Wettbewerb um die Nominierung". Ob es tatsächlich zu einer Kampfkandidatur zwischen Chebli und Müller kommt, ist aber nicht sicher. Angesichts der etwas verzwickten Situation ist eine innerparteiliche Einigung nicht ausgeschlossen. Daneben bekundete im Übrigen auch der Intendant der Brüder-Grimm-Festspiele, Frank-Lorenz Engel, Interesse an einer Kandidatur in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Der Wahlkreis war bei der letzten Bundestagswahl 2017 allerdings gar nicht vom damaligen SPD-Kandidaten Tim Renner, sondern mit einem Vorsprung von 2,6 Prozent der Erststimmen von CDU-Mann Klaus-Dieter Gröhler gewonnen worden. Bei den Zweitstimmen war der Vorsprung der CDU auf die SPD sogar noch größer. Er lag bei 6,2 Prozent.

Für Müller könnte sich indes noch ein weiterer Konfliktherd auftun. Ihm werden Ambitionen auf den ersten Platz der SPD-Landesliste nachgesagt. Auch Kühnert soll allerdings großes Interesse an der Spitzenkandidatur haben. Ob sich beide vor dem Landesparteitag im November einigen können, muss zunächst offenbleiben.

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