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Armes, reiches Deutschland – Armutsrisiko bereits vor Corona angestiegen

Armes, reiches Deutschland – Armutsrisiko bereits vor Corona angestiegen
Insbesondere die Altersvorsorge ist durch zu niedrige Einkommen gefährdet – das lässt sich auch mit großen Mengen Flaschenpfand nicht ausgleichen.
Seit der Corona-Krise hagelt es beängstigende Angaben zu einer wirtschaftlich schwierigen Zukunft. Doch bereits im vergangenen Jahr ist das Armutsrisiko für die Deutschen angestiegen, wie der Mikrozensus zeigt. Die Folgen der COVID-19-Pandemie sind noch ungewiss.

Bereits vor der Corona-Krise ist das Armutsrisiko in Deutschland gestiegen. So waren im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Basis des Mikrozensus 15,9 Prozent der Menschen deutschlandweit von Armut bedroht, im Jahr zuvor waren es 15,5 Prozent. Die Schwelle für die Armutsgefährdung lag 2019 bei 1.074 Euro bei einem Einpersonenhaushalt, das sind 60 Prozent eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens. Wer weniger Geld zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

Mit fast einem Viertel der Bevölkerung (24,9 Prozent) waren in Bremen die meisten Menschen bedroht, die wenigsten in Bayern (11,9) und Baden-Württemberg (12,3).

Hätte sie doch besser privat vorgesorgt: Eine ältere Frau sucht in Bayern im Müll nach Pfandflaschen.

Wie sich die Corona-Krise auf das Armutsrisiko auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Bundesagentur für Arbeit hatte für Juli 2,91 Millionen Menschen ohne Job gemeldet, 635.000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Im Mai waren in Deutschland 6,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Das Robert Koch-Institut meldete zuletzt einen signifikanten Anstieg der Corona-Infektionen. Wenn die Notwendigkeit einschneidender Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung der Pandemie den wirtschaftlichen Alltag weiter lahmlegt, dürften sich auch die ökonomischen Gesamtkosten erhöhen.

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Dabei ist bereits jetzt eine wirtschaftliche Spaltung erreicht, die nicht nur Armutswissenschaftler, sondern auch konservativere Beobachter als mindestens bedenklich einschätzen. Laut einer kürzlich erschienenen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) besitzen die reichsten zehn Prozent rund 67 Prozent des Vermögens in Deutschland, die Ungleichheit hierzulande ist demnach weitaus größer als bisher angenommen.

Der Ökonom Heiner Flassbeck macht auch die politische Ideologie dafür verantwortlich. In einem Interview mit der taz sagte er, man habe sich "eingeredet, Hartz IV sei die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg der letzten 15 Jahre gewesen, und deswegen dürfe man das niemals infrage stellen". Dabei sei dies grundlegend falsch. Es müsse darum gehen, allen Menschen in einer reichen Gesellschaft genug Einkommen zu geben, sodass sie sich nicht jeden Tag fragen müssen, wie und ob sie über die Runden kommen. Genau diese Frage werde aber in Deutschland aus ideologischen Gründen blockiert.

In der Tat werden trotz der wirtschaftlichen Krise sogar wieder Sanktionen von den Jobcentern ausgesprochen – damit wird das absolute Existenzminimum unterlaufen, was gerade auch bei der Vielzahl betroffener Kinder zu einem Teufelskreis führt.

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