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Die zweite "Corona-Welle" kommt angeblich – aber wo sind die Kranken?

Die zweite "Corona-Welle" kommt angeblich – aber wo sind die Kranken?
Wo bleibt die "zweite Welle"? Screenshot aus dem aktuellen Lagebericht des RKI. Das Institut verbucht positiv auf das Coronavirus Getestete als "COVID-19-Fälle", weil das "internationalen Standards entspricht".
Die Regierung und das Robert Koch-Institut warnen vor einer zweiten "Corona-Welle". Die Zahl der Infizierten wachse. Tatsächlich wächst offenbar nur die Zahl der positiv Getesteten, nicht die der wirklich Erkrankten, die auch Symptome aufweisen und behandelt werden müssen.
Proben für Corona-Tests mittels PCR-Verfahren, das allerdings nur molekulares Genmaterial des mutmaßlichen Coronavirus (SARS-CoV-2) nachweisen kann, nicht jedoch das Virus selbst und seinen

Am Montag warnte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, dem Ambitionen auf das Kanzleramt nachgesagt werden, vor einem "wachsenden Infektionsrisiko" durch das Coronavirus. Nach einer außerplanmäßigen Video-Kabinettssitzung erklärte Söder: "Corona wird jeden Tag gefährlicher."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schrieb am Dienstag auf Twitter:

20 Millionen Infizierte weltweit und steigende Zahlen in Deutschland sind eine deutliche Warnung: Wir dürfen im Alltag nicht sorglos werden – auch wenn unser Gesundheitssystem die Lage aktuell bewältigen kann. Das Virus nutzt jede Chance. Passen wir weiter gut aufeinander auf.

Diese Aussagen fügen sich in zahlreiche gleichlautende oder ähnliche Feststellungen von Politikern, nach denen die sogenannte "zweite Welle" schon da sei oder bevorstehe. Diese von den Mainstreammedien intensiv verbreiteten Meldungen stützen sich auf die Zahlen des Robert Koch-Institutes (RKI).

Das RKI meldet zwar nach einem längeren Abwärtstrend schon seit Anfang Juli wieder steigende Fallzahlen, verstärkt in den letzten Wochen. So stiegen diese Zahlen zuletzt von niedrigen dreistelligen Werten zwischenzeitlich auf über 1.000 täglich. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte vor diesem Hintergrund Ende Juli erklärt:

Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie.

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Die Risikobewertung des RKI las sich auf Seite 15 des Lageberichts vom Dienstag wie folgt:

Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Weltweit nimmt die Anzahl der Fälle weiterhin zu. Die Anzahl der neu übermittelten Fälle war in Deutschland seit etwa Mitte März bis Anfang Juli rückläufig, seitdem nimmt die Fallzahl stetig zu. (...) Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit weiterhin insgesamt als hoch ein, für Risikogruppen als sehr hoch. 

Die alarmierenden Meldungen lassen allerdings regelmäßig mehrere bedeutende Umstände außer Acht. Zum einen wurde und wird der Anstieg wenigstens zum Teil durch das stetige Hochfahren der Tests bedingt. Diese Testzahlen lassen sich den Lageberichten entnehmen, die das RKI mittwochs veröffentlicht.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass diese PCR-Tests ganz grundsätzliche Fragen aufwerfen und der Anteil der positiv Getesteten – um die ein Prozent – seit Monaten innerhalb der Fehlermarge der Tests liegt. Anders gesagt, allein durch das Durchführen von mehr Tests lässt sich die Zahl der angeblich "Infizierten" beinahe nach Belieben erhöhen.

Zum anderen nimmt die Zahl der "Fälle" ab, die tatsächlich Symptome der Erkrankung COVID-19 aufzeigen. Dazu ist zu sagen, dass das RKI nicht nur grundsätzlich jeden positiv auf das Virus SARS-CoV2 Getesteten als "Infizierten" bezeichnet. Das ist wissenschaftlich mindestens fragwürdig.

Das RKI bezeichnet auch jeden dieser angeblich "Infizierten" als COVID-19-Fall, also als tatsächlich Erkrankten. Die Journalistin Susan Bonath, die auch für RT Deutsch schreibt, fragte das Robert Koch-Institut Ende Juli, warum es alle erstmalig positiv Getesteten als COVID-19-Fälle verbuche. Die Antwort lautete:

Das entspricht dem international üblichen Vorgehen und den Vorgaben der Meldepflicht in Deutschland.

Die täglichen Lageberichte des RKI liefern aber auch Hinweise auf die tatsächliche Verbreitung von COVID-19. Gegen Ende wird täglich die Zahl der intensivmedizinisch betreuten COVID-19-Patienten genannt. Dies waren am Dienstag bundesweit 234 Patienten. Am 1. Juli lag diese Zahl bei 329, am 1. Juni bei 677, am 1. Mai bei 2.189.

Damit belegen die COVID-19-Patienten derzeit nicht einmal ein Prozent der erfassten Intensivbetten. Zumindest in den Krankenhäusern ist von der "zweiten Welle" offenbar wenig zu spüren. Tatsächlich beklagen die Kliniken aufgrund mangelnder Auslastung finanzielle Probleme; viele haben Kurzarbeit angemeldet.

Ähnliches gilt für die Zahl der sogenannten "Corona-Toten". Dazu ist zunächst festzustellen, dass jeder Verstorbene, der einmal positiv getestet wurde, in die Statistik eingeht, unabhängig davon, wie und woran er letztlich gestorben ist. Auch diese Art der Zählung entspricht nicht wissenschaftlichen Kriterien.

Dennoch zeigen die Zahlen des RKI eine Tendenz. Am 11. August verzeichnete der Lagebericht vier Tote, am 10. August einen, am 9. August einen, am 8. August zwölf, am 7. August acht, am 6. August sieben, am 5. August zwölf. Ganz ähnlich sahen die Zahlen vor einem Monat aus. Im Mai und vor allem im April waren die Zahlen deutlich höher und oft deutlich dreistellig. Auch hier ist von einer "zweiten Welle" nichts zu sehen. Nur zur Einordnung: Täglich sterben in Deutschland insgesamt etwa 2.700 Menschen.

Die Anzahl der Patienten in intensivmedizinischer Behandlung und der "Corona-Toten" stützen also in keiner Weise die Darstellung des "jeden Tag gefährlicheren Coronavirus" und der sich "rasant entwickelnden Pandemie". Daran haben auch das Gedränge an Stränden und die verschiedenen Demonstrationen – von "Black Lives Matter" bis zu "Querdenken 711" – nichts geändert.

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