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Weiterer Milliardenverlust bei Lufthansa – Rückkehr der Nachfrage auf Vorkrisenniveau kaum vor 2024

Weiterer Milliardenverlust bei Lufthansa – Rückkehr der Nachfrage auf Vorkrisenniveau kaum vor 2024
Weiterer Milliardenverlust bei Lufthansa – Rückkehr der Nachfrage auf Vorkrisenniveau kaum vor 2024
Trotz staatlicher Unterstützung in der Corona-Krise muss die Lufthansa erneut einen milliardenschweren Quartalsverlust hinnehmen. Während Vorstandschef Spohr von einer "Zäsur des globalen Luftverkehrs" spricht, erscheinen betriebsbedingte Kündigungen kaum vermeidbar.

Im zweiten Quartal hat der pandemiebedingte Zusammenbruch des Flugverkehrs der Lufthansa bereits ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro eingebrockt, teilte der deutsche Luftfahrtkonzern am Donnerstag mit. Im Vergleich dazu hatte die Lufthansa im Jahr zuvor einen Gewinn in Höhe von 226 Millionen Euro verzeichnet. Größere Verluste konnten allerdings dank der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen durch ein Rekordergebnis der Frachttochter Lufthansa Cargo vermieden werden. Insgesamt verzeichnete die Lufthansa Group im zweiten Quartal 2020 einen Umsatzrückgang von 80 Prozent (1,9 Milliarden Euro gegen 9,6 Milliarden Euro im Vorjahr).

Zur Jahreshälfte liegt der Konzernverlust damit schon bei 3,62 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2019 meldete die Fluggesellschaft hingegen ein saisonales Minus von lediglich 116 Millionen Euro. Seine Liquidität bezifferte das Unternehmen einschließlich neun Milliarden Euro Staatshilfe auf 11,8 Milliarden Euro. Eine positive Entwicklung des Geldflusses ist bei der Lufthansa erst gegen 2021 zu erwarten.

Auf dem Bild: JetBlue-Flugzeuge in Pinal Airpark in Marana im US-Bundestaat Arizona, 16. Mai 2020

Den gravierenden Folgen des Nachfrageeinbruchs soll mit einer erheblichen Kostensenkung entgegengewirkt werden. Bis zum Jahr 2023 sollen diese um 15 Prozent sinken, so der Konzern. Außerdem soll die Lufthansa-Flotte um mindestens 100 Flugzeuge verkleinert werden.

Auch ein massiver Stellenabbau kann unter aktuellen Umständen wohl kaum noch umgangen werden. Am Donnerstag zeigte sich Vorstandschef Carsten Spohr bei Vorlage der Halbjahreszahlen über die Entwicklungen in der Industrie enttäuscht und stimmte die Mitarbeiter darauf ein, dass das Ziel der Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen nicht mehr realistisch sei. Die Langzeitpläne des Unternehmens sehen ferner den Abbau von 22.000 Vollzeitstellen bis 2023 vor. Rund die Hälfte davon sind in Deutschland verortet.

Bereits in den vergangenen Monaten begann die Lufthansa mit dem Personalabbau. Von den Stellenkürzungen waren zunächst allerdings fast ausschließlich Beschäftigte im Ausland betroffen. Bis Ende Juni senkte der Konzern die Zahl seiner Mitarbeiter unter anderem in den USA im Vergleich zum Vorjahr bereits um knapp 8.300 auf 129.400.

Die aktuelle Krise in der internationalen Luftfahrt bewertete Spohr als beklagenswert. Er sagte:

Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs.

Dem Lufthansa-Vorstandschef zufolge ist mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf Vorkrisenniveau frühestens im Jahr 2024 zu rechnen, was ein Jahr später als bisher angenommen ist. Wegen fehlender Einreiseregelungen werde es vor allem auf den Langstreckenverbindungen keine schnelle Erholung geben, so Spohr. Vor diesem Hintergrund setzte er sich verstärkt dafür ein, dass Passagiere mit negativem Corona-Test ungehindert fliegen können.

Trotz des dramatischen wirtschaftlichen Sturzfluges ist die Lufthansa dennoch mit den Erstattungen für in der Krise stornierte Tickets deutlich vorangekommen. Im Juli wurde laut Berichten des Unternehmens fast eine Milliarde Euro an Kunden ausgezahlt. Laut dem Konzern stehen noch Rückzahlungen von etwas weniger als einer Milliarde Euro an 1,8 Millionen Kunden aus.

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