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Coronavirus: Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten ab Samstag

Coronavirus: Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten ab Samstag
Eine Teststation am Zentralen Omnibusbahnhof Berlin wurde ebenfalls in Betrieb genommen. Hier ist ein aus der Ukraine zurückgekehrter Reisender zu sehen, der sich am 5. August 2020 freiwillig einem kostenlosen Corona-Test unterzieht.
Einreisende aus sogenannten Corona-Risikogebieten müssen von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland einen Corona-Test machen. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an, wie er am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Test sei kostenlos.

Der Gesundheitsminister blieb bei seinem Plan, noch in dieser Woche die Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus sogenannten Risikogebieten einzuführen. Heute verkündete Jens Spahn, dass dies ab Samstag gelten soll. Einreisende aus "internationalen Risikogebieten" müssen bei der Rückkehr nach Deutschland einen Corona-Test machen.

Die Pandemie ist noch nicht vorbei", sagte Spahn.

Jetzt endeten langsam auch die Ferien, viele kämen aus dem Urlaub zurück. Deswegen bestehe die Gefahr, dass die "Infektionszahlen weiter steigen".

Auch am Flughafen Düsseldorf werden Corona-Tests angeboten, hier am Montag dieser Woche

Die Corona-Tests werden demnach kostenlos sein. Der CDU-Politiker bekräftigte, dass er von dem Argument, wer sich einen Urlaub leisten könne, könne sich gefälligst auch den anschließenden Test leisten, nichts halte. Das würde das solidarische Krankenversicherungssystem infrage stellen. Man solle dies nicht zur sozialen Frage erklären. Die Kosten übernimmt letztlich der Bund. Spahn betonte:

Wir leben nicht in normalen Zeiten.

Spahn erklärte weiter, mit der Testpflicht für Rückkehrer aus Gebieten mit hohen Fallzahlen wolle man "auf Nummer sicher" gehen.

Mir ist sehr bewusst, dass das ein Eingriff in die Freiheit des Einzelnen ist.

Es sei aber ein zumutbarer Eingriff. Wer aus solchen Risikogebieten kommt, muss sich bisher schon direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Möglich ist auch, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist.

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Bereits seit vergangenem Samstag können sich alle Einreisenden aus dem Ausland freiwillig und kostenlos einem Corona-Test unterziehen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) wurden an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück Test-Stationen aufgebaut. Auch an den beiden Berliner Flughäfen wurden kostenlose und freiwillige Testungen angeboten. Die Charité führt sie an beiden Standorten durch. Seit vergangener Woche sollen rund 2.300 Reiserückkehrer aus Risikogebieten diese Möglichkeit in Anspruch genommen haben. Der Flughafen geht jedoch davon aus, dass täglich im Schnitt rund 2.000 Menschen aus Regionen nach Berlin reisen, die das Robert Koch-Institut als Risikogebiete einstuft.

An diesem Montag nahmen Testzentren an den Airports in Leipzig/Halle und Dresden offiziell den Betrieb auf. Zudem startete in Berlin eine weitere Teststelle am Zentralen Omnibusbahnhof. Auch am Berliner Hauptbahnhof sind Tests geplant.

Maskenverweigerern droht in NRW ein Bußgeld von 150 Euro.

Der Bundesgesundheitsminister appellierte am Donnerstag erneut an die Bürger, die Hygieneregeln einzuhalten. Spahn ergänzte: 

Bleiben wir wachsam, halten wir die Regeln ein!

Abstand halten, Mund- und Nasenschutz, Händewaschen seien ein "kleiner Preis", wenn man bedenke, "wie schnell sich die Pandemie ausbreiten" könne.

Am Dienstag hatte sich Spahn bereits zu den bevorstehenden Tests und einer Zunahme der Testungen bei Reiserückkehrern sowie auch bei Lehrern und Erziehern geäußert:

Wir werden sehen – da bin ich sehr sicher – in den nächsten Wochen, dass deutlich mehr getestet werden wird.

Mitte Juni hatte Spahn noch vor Massentests gewarnt – mit dem zutreffenden Argument, dass man bei einer Ausweitung der nicht völlig eindeutigen Tests "auf einmal viel mehr 'falsch Positive'" sehen werde. Wörtlich sagte Spahn damals im Bericht aus Berlin:

Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht nachher durch zu umfangreiches Testen – klingt jetzt total ... da muss man erst mal um zwei Ecken denken – durch zu umfangreiches Testen zu viele 'falsch Positive' haben. Weil die Tests ja nicht 100 Prozent genau sind, sondern auch eine kleine, aber eben auch eine Fehlerquote haben. Und wenn sozusagen insgesamt das Infektionsgeschehen immer weiter runtergeht und Sie gleichzeitig das Testen auf Millionen ausweiten, dann haben Sie auf einmal viel mehr 'falsch Positive'. Das sind so die Dinge, mit denen man sozusagen erst konfrontiert wird in der weiteren Folge, und die Erkenntnisse. Und deswegen macht es schon auch noch Sinn: Wir machen das Angebot, mehr zu testen, das geht jetzt auch. Aber nicht einfach nur wild jeden Tag zu testen, sondern wenn, dann schon auch mit einem gewissen Ziel.

Als Risikogebiet gilt für die Bundesregierung ein Staat oder eine Region, wo es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 "Neuinfizierte" – genauer gesagt positiv Getestete – pro 100.000 Einwohner gab. Dieser Wert liegt innerhalb der Fehlermarge der Tests.

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Das heißt, selbst wenn von 100.000 Getesteten niemand tatsächlicher Träger von Virusmaterial ist, ergeben sich bereits allein durch den Test selbst mehr als 50 falsch-positive Befunde. Bei einer Falsch-Positiv-Rate der Tests von 1,4 Prozent (Spezifität 98,6 Prozent) müssten pro 100.000 Bewohner lediglich rund 3.600 Personen, die sogar allesamt nicht Träger von Virusmaterial sein könnten, getestet werden, um 50 positive Testergebnisse ("Infizierte") zu erhalten – und so das Kriterium "Risikogebiet" selbst ohne "Massentests" zu erfüllen.

Ein weiteres Hochfahren der Tests wird notwendigerweise einen Anstieg der Zahl der positiven Testergebnisse nach sich ziehen, ohne dass diese beiden Variablen in der Berichterstattung miteinander ins Verhältnis gesetzt würden.

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