icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Anders als die Politik: Mehrheit der Wähler sieht US-Truppenabzug positiv

Anders als die Politik: Mehrheit der Wähler sieht US-Truppenabzug positiv
Da waren noch Zeiten....Mitglieder der ersten Infanteriedivision der US-Armee marschieren in Formation während einer Willkommenszeremonie im nordbayerischen Kitzingen am 16. Mai 2005. Etwa 3000 Soldaten nahmen damals an der Parade teil, um das Ende des Einsatzes der Division in Irak zu feiern.
Fast die Hälfte der Deutschen findet den Teilabzug der US-Truppen gut und ein Viertel meint, die US-Truppen sollen Deutschland ganz verlassen. Noch klarer ist das Bild, wenn es um US-Atomwaffen in Deutschland geht. Ein Denkzettel für bürgerferne Parteipolitik.

Während die Politik in Deutschland den geplanten Abzug von US-Truppen mehrheitlich ablehnt, trifft er in der Bevölkerung überwiegend auf Zustimmung. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürworten 47 Prozent eine Reduzierung der derzeit 36.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten. 

Jeder Vierte meint sogar, die US-Streitkräfte sollten Deutschland ganz verlassen. Dagegen ist noch nicht einmal jeder Dritte (32 Prozent) dafür, dass die amerikanischen Truppen in der bisherigen Stärke bleiben (28 Prozent) oder sogar aufgestockt werden (4 Prozent) sollten. 21 Prozent machten keine Angaben. Damit ist eine relative Mehrheit klar für den Abzug. 

Die Vereinigten Staaten werden ihre militärische Präsenz in Deutschland um 11.900 Soldaten reduzieren und einen Teil davon nach Italien und Belgien verlegen, was eine bedeutende Verlagerung der Washingtoner NATO-Mittel darstellt, kündigte Verteidigungsminister Mark Esper am 29. Juli 2020 an.

US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte vergangene Woche angekündigt, knapp 12.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Davon sollen 6.400 zurück in die USA, etwa 5.600 sollen in andere NATO-Staaten in Europa verlegt werden – nach jetzigem Stand vor allem nach Italien und Belgien. Es sind Standorte in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz betroffen.

Die Wähler machen nicht mit

Von den sechs im Bundestag vertretenen Fraktionen lehnen fünf den Truppenabzug ab. Nur die Linke findet ihn gut, will aber, dass alle US-Soldaten das Land verlassen. Bei den Wählern ergibt sich ein anderes Bild. Nur bei den Anhängern der CDU/CSU überwiegen diejenigen, die gegen eine Reduzierung der US-Soldaten sind, mit 45 zu 41 Prozent. Bei den Wählern aller anderen Parteien sind die Befürworter eines Abzugs von Truppen – in unterschiedlichem Umfang – in der Mehrheit: Bei der SPD sind es 42 zu 40 Prozent, bei den Grünen 52 zu 35, bei der FDP 52 zu 36, bei der AfD 61 zu 28 und bei der Linken 70 zu 18 Prozent. Selten kommt das Meinungsgefälle zwischen Meinung der Wähler und der von ihnen gewählten Parteien so deutlich zum Vorschein wie in der Frage der in Deutschland stationierten US-Truppen.  

Noch klarer ist das Meinungsbild, wenn es um die US-Atombomben in Deutschland geht. Deren Abzug ist zwar nicht geplant. Die SPD-Führung fordert ihn aber und trifft damit beim Koalitionspartner CDU/CSU auf Unmut. Dafür haben die Sozialdemokraten zwei Drittel der Bevölkerung hinter sich. 66 Prozent sind dafür, dass die schätzungsweise 20 auf dem Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz lagernden Atombomben verschwinden. Nur 19 Prozent wollen, dass sie dort bleiben. 16 Prozent machen keine Angaben.

Bei allem Verständnis für die Truppenreduzierung – die Begründung von US-Präsident Donald Trump kann dagegen nur eine Minderheit nachvollziehen. Nur jeder Vierte (25 Prozent) teilt seine Auffassung, dass Deutschland zu wenig für Verteidigung ausgebe. 58 Prozent stimmen nicht zu. Deutschland verfehlt das NATO-Ziel, zwei Prozent seiner Wirtschaftskraft in das Militär zu investieren, trotz steigender Verteidigungsausgaben mit 1,38 Prozent noch deutlich.

Mehr zum ThemaUS-Truppenabzug aus Deutschland: Zahlen und Fakten

(rt/dpa)

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen