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"Vor-legal" statt "illegal" – Greenpeace wirft vor Rügen keine Steine mehr ins Meer

"Vor-legal" statt "illegal" – Greenpeace wirft vor Rügen keine Steine mehr ins Meer
Screenshot aus einem YouTube-Video der Umweltschutzorganisation.
Die Umweltorganisation hatte über mehrere Tage schwere Steine in die Ostsee geworfen – um das umstrittene Fischen mit Grundschleppnetzen zu erschweren. Nun ist die Aktion beendet. Doch es könnte eine Fortsetzung an anderen Abschnitten der deutschen Küste geben.

Die Umweltorganisation Greenpeace hat das umstrittene Versenken großer Felsbrocken im Meeresschutzgebiet Adlergrund östlich von Rügen beendet. Seit Sonntag seien dort etwa 60 Steine mit einem Gewicht zwischen 350 Kilogramm und einer Tonne versenkt worden, sagte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Ähnliche Aktionen in den fünf weiteren Schutzgebieten in der Ostsee schloss er nicht aus.

Plakat am Sicherheitszaun des Bundesministeriums der Verteidigung, 29. Juli 2020, Berlin.

Die Umweltorganisation versenkte die Findlinge auf dem Meeresgrund, um dort die Grundschleppnetzfischerei zu verhindern. Die Bundesämter für Naturschutz (BfN) und für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatten ihr verboten, weiter Granitsteine auf den Meeresboden zu bringen. Das BSH drohte mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro. Greenpeace legte Widerspruch ein. Der Sprecher deutete an, dass die Aktion auch wegen der drohenden Strafe beendet wurde.

Dem ehemaligen Präsidenten des Landesfischereiverbandes, Norbert Kahlfuß, zufolge sind im Adlergrund seit Jahren keine deutschen Fischer mehr mit Grundschleppnetzen auf Fang. Dort fischten aber auch polnische und dänische Kutter. Solche Netze würden für den Fang von Flunder, Steinbutt, Scholle und Dorsch verwendet. Die Fischerei sei trotz der Steine möglich. Es könnten aber keine Flundern gefangen werden. Kahlfuß sagte, es gehe in dem Fall mehr ums Prinzip. "Das ungesetzliche Treiben ist das Hauptproblem", erläuterte er.

Greenpeace-Biologe Maack hatte zuvor entgegnet, die Aktion sei nicht illegal, sondern "vor-legal". "Das Verbot der Fischerei in den Meeresschutzgebieten liegt in der Schublade der Bundesministerien." Maack sagte: "Wir haben gemäß unserer Satzung gehandelt, alles zu tun, um die Natur zu schützen." Das sei im Sinne der rund 600.000 Fördermitglieder.

Der Deutsche Fischereiverband hatte zuvor gefordert, dass die Bundespolizei die Aktion unterbinden muss. Verbandspräsident Gero Hocker sagte in Hamburg: "Es ist völlig unverständlich, dass Greenpeace trotz eindeutigen Verbots und Zustellung einer Unterlassungsverfügung weitermachen kann." Die Organisation verstoße gegen Gesetze und gefährde den Seeverkehr. Das Hängenbleiben mit dem Fanggeschirr gehöre laut Seeunfallstatistik zu den Hauptursachen für den Untergang von Fischkuttern.

Agitationsplakat auf einem Traktor während eines Anti-Atomkraft-Protestes in Gronau am 11. März 2012

Greenpeace sprach zunächst davon, das Ziel sei erreicht worden. Auf sechs Quadratkilometern Fläche sei keine Grundnetzfischerei mehr möglich. Das Schutzgebiet umfasst jedoch 235 Quadratkilometer. Gegen die Untersagungsverfügung des BfN werde ebenfalls Widerspruch eingelegt, kündigte Greenpeace an. Das Amt gehe davon aus, dass die Steine Schutzgüter wie Steinriffe und Sandbänke gefährden. Aus Sicht von Greenpeace ist das nicht der Fall, wie das Bundesverwaltungsgericht schon 2011 nach einer ähnlichen Aktion vor Sylt festgestellt habe.

Der FDP-Landesverband Mecklenburg-Vorpommerns versenkte am Mittwochabend als Protest gegen das Vorgehen der Organisation zwischenzeitlich hölzerne Paragrafenzeichen im Wasser. Die Partei forderte, Greenpeace die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, wenn diese Spendengelder nutzen, um Strafen zu zahlen. "Wir haben kaum noch Flächen zum Fischen", beklagte Michael Schütt von der Fischereigenossenschaft in Freest (Landkreis Vorpommern-Greifswald), der an dem Protest teilnahm.

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