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Weil sie in der Pause Türkisch sprach: Schülerin im Schwarzwald bekommt Strafarbeit

Weil sie in der Pause Türkisch sprach: Schülerin im Schwarzwald bekommt Strafarbeit
Schülerinnen und Schüler betreten am 15. Juni 2020 die Petri-Grundschule im westdeutschen Dortmund. (Symbolbild)
Im Schwarzwald nimmt man das Thema Integration offenbar besonders ernst: Weil eine Schülerin auf dem Pausenhof Türkisch gesprochen haben soll, bekam sie eine Strafarbeit aufgebrummt. Thema der Strafarbeit: "Warum wir in der Schule Deutsch sprechen!"

Weil eine Drittklässlerin aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis in einer Schulpause mit einer Freundin Türkisch gesprochen haben soll, bekam sie offenbar eine Strafarbeit aufgebrummt. Mittlerweile beschäftigt sich die zuständige Schulaufsicht mit dem Fall, wie die Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg, Heike Spannagel, am Dienstag bestätigte.

Die Eltern des Mädchens sollen zudem einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben. Die Lehrerin gab laut dem Anwalt für die halbseitige Strafarbeit als Thema vor: "Warum wir in der Schule Deutsch sprechen!"

Ort des Geschehens: Mülltonnen auf dem Opernplatz in Frankfurt am Main

Die Föderation der Vereine Türkischer Elternbeiräte in Baden e.V. kritisierte den Vorfall: "Es kann nicht sein, dass Schülerinnen eine Bestrafung bekommen, weil sie außerhalb des Unterrichts im Pausenhof sich untereinander in der türkischen Muttersprache unterhalten", so der Vorsitzende Kemal Ülker. Er ergänzte, dass die Kinder durch "dieses grundgesetzwidrige Verhalten der Lehrkraft, der Bestrafung für etwas nicht Verbotenes, verängstigt und verunsichert" worden seien.

Spannagel zufolge legte der Anwalt der betroffenen Familie Widerspruch gegen die Strafarbeit ein. "Selbstverständlich nehmen wir derartige Vorwürfe einer Diskriminierung von Personen oder Gruppen sehr ernst", so die Sprecherin des Regierungspräsidiums. Das Staatliche Schulamt Donaueschingen sei gebeten worden, eine Stellungnahme der Schule einzuholen. "Eine abschließende Stellungnahme liegt uns noch nicht vor. Deshalb können wir auch derzeit keine Bewertung des Vorgehens der Schule bzw. der Lehrkraft abgeben", so Spannagel weiter.

Sie fügte hinzu, dass es kein generelles Verbot gebe, sich in der Schule oder gar in der Pause in einer nicht-deutschen Sprache zu unterhalten. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass es auch Situationen geben könne, in denen es aus pädagogischen Gründen angezeigt sei, die Schülerinnen und Schüler dazu anzuhalten, auf Deutsch miteinander zu kommunizieren. Das betreffe zum Beispiel auch Konfliktsituationen, die erforderten, dass man sich in einer für alle Beteiligten verständlichen Sprache ausdrückt.

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