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Überlebende der Loveparade 2010: "Mein Leben ist da gestorben" (Video)

Überlebende der Loveparade 2010: "Mein Leben ist da gestorben" (Video)
Ein Mann steht vor Kerzen und Blumen an dem Ort, an dem beim Techno-Musikfestival Love Parade am 24. Juli in der Duisburger Weststadt 21 Menschen ihr Leben verloren und mehr als 500 Menschen verletzt wurden.
Vor zehn Jahren verwandelte sich die Loveparade in Duisburg von einem Rave-Festival zu einer Tragödie: Bei einer Massenpanik kamen 21 Menschen ums Leben, über 600 wurden verletzt. Denise Berger hat das Unglück selbst miterlebt – es hat ihr Leben für immer verändert.

Am 24. Juli 2010 liefen Tausende Besucher der Loveparade in Duisburg in zwei Tunnel, die zum Veranstaltungsgelände führten. Die Raverströme hätten dann laut Planung zum Gelände geleitet werden sollen, doch viele blieben unerwartet auf der Zugangsrampe stehen. Tausende von Menschen befanden sich also innerhalb kurzer Zeit auf einer engen Fläche, umgeben von fünf Meter hohen Wänden ohne Ausgangsmöglichkeit, was schließlich zu einer Massenpanik führte. 21 Tote, mindestens 652 Verletzte und unzählige Traumatisierte: Was als große Technoparty begann, endete in einer Katastrophe.

Katastrophe ohne juristische Folgen: Der Ort der Katastrophe vom Juni 2010

Denise Berger war zum Zeitpunkt des Unglücks 25 Jahre alt. Sie besuchte die Veranstaltung mit einigen Freunden, es war die erste größere Unternehmung seit ihrer Schwangerschaft. "Es herrschte Partystimmung, jeder hat sich gefreut. Es war warm, die Sonne schien", erzählt sie. Als sie den Tunnel erreichte, war plötzlich alles voll: "Da war nichts mehr mit Friede und Freude. Wir standen fest."

Sie wurde während der Massenpanik verletzt und hat eine Bekannte verloren. Noch heute leidet sie an einer posttraumatischen Belastungsstörung. "Volle Busse" oder mit ihren Kindern "durch eine Kirmes zu laufen gehen gar nicht". "Mein Leben ist da gestorben", sagt sie. "Ich lebe weiter in meinem Körper, aber ich bin nicht mehr diejenige, die ich früher war."

Durch ihr Engagement im Verein LoPa2010 stellte sie fest, dass sie nicht die einzige Betroffene war. "Es sind nicht nur 21, die da ihr Leben gelassen haben, sondern Tausende", betont sie. Ihr bester Freund nahm sich sogar fünf Jahre nach dem Unglück das Leben, da er die Belastungen nicht mehr ertragen konnte – wie viele andere Betroffene auch, erklärt sie weiter.

Dass während des Prozesses niemand für die Katastrophe schuldig gesprochen wurde, war für sie keine Überraschung. "In diesem Fall gibt es keinen Schuldigen. Der Schuldige bin ich, die Schuldigen sind die ganzen anderen, die da waren, die die 21 Menschen totgetreten haben", sagt Denise. "Die Schuldigen sind diejenigen, die uns in diesen Tunnel geschickt haben." "Die Aufklärung", die sie mit dem Beschluss des Gerichts bekam, war für sie jedoch eine Erleichterung: "Da hatte ich die Antworten auf meine Fragen." Sie hat somit ihren "Frieden mit dieser Verhandlung geschlossen".

Mittlerweile hat sie auch gelernt, mit ihrem Trauma umzugehen, vor allem dank ihrer drei Kinder: "Das Leben ist schön, auch wenn so etwas Schreckliches passiert ist."

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