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Sexismus im Bierzelt? Stadt in Rheinland-Pfalz will Donaulied bei Volksfesten verbieten

Sexismus im Bierzelt? Stadt in Rheinland-Pfalz will Donaulied bei Volksfesten verbieten
Symbolbild
In einer Version des Donauliedes wird von der Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens gesungen. Die Stadt Montabaur in Rheinland-Pfalz will das Singen des umstrittenen Liedes in Bierzelten künftig verhindern, wie Bürgermeisterin Gabriele Wieland mitteilte.

Eine oft in Bierzelten gespielte Fassung des Donauliedes beschreibt die Vergewaltigung eines Mädchens. Dies veranlasste die Studentin Corinna Schütz aus Passau, eine Online-Petition ins Leben zu rufen, wonach das Donaulied auf Volksfesten der Stadt nicht mehr gespielt werden soll. Etwa 35.000 Menschen aus ganz Deutschland hatten die Petition unterzeichnet. In dem Lied heißt es zum Beispiel:

Ich machte mich über die Schlafende her, Ohohoholalala, Sie hörte das Rauschen der Donau nicht mehr, Ohohoholalala!

oder

Mein Mädchen, mein Mädchen, was regst du dich auf, Ohohoholalala / Für mich war es schön und für dich sicher auch, Ohohoholalala.

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Auf ihre Aktion hin bekamen Schütz und ihre Mitstreiter meist positives Feedback, wie die Studentin sagte. Die Stadt Montabaur im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz will das Singen des umstrittenen Liedes in Bierzelten künftig verhindern. Eine Stadträtin aus Montabaur nahm die Online-Petition aus Niederbayern zum Anlass, selbst aktiv zu werden, und regte eine Abschaffung des Liedes auf dem dortigen Volksfest an. Montabaurs Bürgermeisterin Gabriele Wieland sagte:

Auf Initiative eines Stadtratsmitglieds haben wir beschlossen, dass wir bei Vertragsabschluss mit Bands vereinbaren, dass sie das Donaulied nicht spielen.

Sie gehe davon aus, dass sich die Bands daran halten.

Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) hatte der Gruppe um Initiatorin Corinna Schütz bereits Anfang Juni seine Unterstützung zugesagt. Dupper bot Schütz an, mit den örtlichen Festwirten das Gespräch suchen zu wollen, da diese für die Verpflichtung der Bands zuständig seien. Er wolle bis zur Dult, dem großen Fest im Jahr 2021, "eine gute Lösung" zum Donaulied finden. Er erklärte:

Ich bin zuversichtlich, dass wir bei gutem Willen aller Beteiligter in Zukunft die Passauer Dulten ohne dieses Lied feiern können.

Allerdings ernteten die Initiatoren der Petition auch Spott, Beleidigungen und Kritik. Das Lied sei nicht so schlimm und "nicht ernst gemeint", hieß es. Einige Verfechter des Donauliedes starteten im Internet eine Gegenpetition, die bislang etwa 5.500 Unterzeichner fand.

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