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Kreis Gütersloh: Ministerpräsident Laschet verkündet erneuten Lockdown bis Ende Juni

Kreis Gütersloh: Ministerpräsident Laschet verkündet erneuten Lockdown bis Ende Juni
Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies schränken die Behörden das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh nun doch massiv ein. Bis Ende Juni gelte der Lockdown im Kreisgebiet. Dem Unternehmen Tönnies warf der NRW-Ministerpräsident mangelnde Kooperation vor.

Erstmals in Deutschland werde ein Kreis wegen des Corona-Infektionsgeschehens wieder auf die Schutzmaßnahmen zurückgeführt, die noch vor einigen Wochen gegolten hätten, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Im Kreis Gütersloh handele es sich um das bisher "größte Infektionsgeschehen" in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland.

Von den knapp 7.000 Mitarbeitern beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück seien 1.553 positiv getestet worden. Weitere 24 Menschen im Kreis Gütersloh seien ebenfalls infiziert.

Sven-Georg Adenauer, Landrat des Kreises Gütersloh

Der Lockdown gelte zunächst für eine Woche. Bis zum 30. Juni werde man dann mehr Klarheit haben, inwieweit sich das Virus womöglich auch bei Menschen, die nicht bei Tönnies arbeiten, ausgebreitet habe, sagte Laschet. Die Behörden werden die Tests in der Bevölkerung zudem massiv ausweiten, betonte der Regierungschef.

NRW-Ministerpräsident will die Einhaltung der Maßnahmen mit Polizei-Unterstützung durchsetzen

Rund 7.000 Mitarbeiter stehen mitsamt ihren Familien seit einigen Tagen unter Quarantäne. Der NRW-Ministerpräsident will die Einhaltung der Maßnahmen mit Polizei-Unterstützung durchsetzen. Drei Einsatzhundertschaften der Polizei wurden in den Kreis Gütersloh geschickt. Die Beamten werden die mobilen Teams "auch in schwierigen Situationen begleiten", sagte Laschet am Dienstag. Zur Not würden die Behörden die Quarantäne-Maßnahmen mit Zwang durchsetzen. Dolmetscher für Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch seien auch dabei. Es werde zusätzliche humanitäre Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen geben.

Schulen und Kitas im Landkreis Gütersloh mit rund 370.000 Einwohnern waren bereits geschlossen worden. Für die größte deutsche Fleischfabrik war zudem ein vorübergehender Produktionsstopp verhängt worden. Auch im Kreis Warendorf werde es Einschränkungen geben.

Das Zentrum des Corona-Ausbruchs bei Tönnies liege nach Aussagen des NRW-Ministerpräsidenten in der Fleischzerteilung. In dieser Abteilung gebe es die meisten Infizierten, so Laschet weiter. Der CDU-Politiker warnte davor, Menschen aus dem Kreis unter "Pauschalverdacht" zu stellen. Man dürfe die Bewohner des Kreises "nicht stigmatisieren". Es gebe außerhalb von Tönnies bislang nur 24 Infizierte. Laschet bezog sich auf Berichte, wonach Menschen aus dem Kreis an Urlaubsorten zur Abreise aufgefordert worden seien. Wie etwa auf der Insel Usedom, wo ein Ehepaar aus Gütersloh dazu angehalten worden war, vorzeitig abzureisen.

Am Werk des Schlachtbetriebs Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist die Bundeswehr im Einsatz und unterstützt die Behörden bei den Corona-Reihenuntersuchungen auf dem Gelände.

Für die Bewohner gilt kein Ausreiseverbot aus dem Kreisgebiet. Das verhängte Kontaktverbot und die Lockdown-Maßnahmen "gelten immer bezogen auf den Kreis". Es würden damit die gleichen Regeln gelten, wie während der bundesweiten Kontaktverbote im März. Laschet appellierte aber an die Einwohner in Gütersloh, "jetzt nicht aus dem Kreis heraus in andere Kreise zu fahren".

Laschet wirft Tönnies mangelnde Kooperation vor

Im Kreisgebiet haben die Behörden nun unter anderem wieder Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen verboten. Fitnessstudios würden ebenso geschlossen wie Kinos und Bars, sagte NRW-Ministerpräsident Laschet am Dienstag in Düsseldorf.

Dem Branchenriesen warf der CDU-Politiker mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. Daher hätten die Behörden die Herausgabe von Daten der Werkarbeiter von Tönnies durchgesetzt.

Da wurde nicht mehr kooperiert, da wurde verfügt", sagte Laschet.

Die Kooperationsbereitschaft bei Tönnies "hätte größer sein können". Dass das Unternehmen den Datenschutz angeführt habe, sei kein Argument. Aus Infektionsschutzgründen wäre Tönnies gesetzlich verpflichtet gewesen, die Daten der Beschäftigten zu übermitteln, ergänzte der NRW-Ministerpräsident.

Mehr zum Thema - "Vertrauen ist gleich null": Tönnies-Fleischfabrik als Corona-Hotspot

(dpa/rt)

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