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Grüner Punkt = nicht infiziert: Kritik an Corona-Massentests an einem Gymnasium

Grüner Punkt = nicht infiziert: Kritik an Corona-Massentests an einem Gymnasium
Schüler des Gymnasium Carolinum nehmen vor einem Spiegel sitzend Abstriche ihres Rachens vor. Zuvor erhielten sie die Anweisungen hierzu in einem Video.
Mehrere hundert Schüler eines Gymnasiums in Mecklenburg-Vorpommern werden seit Ende April zweimal wöchentlich auf das Coronavirus getestet. Alles sei freiwillig und soll die Rückkehr in einen normalen Unterricht ermöglichen. Doch es gibt auch Kritik an diesem Projekt: Von Stigmatisierung ist die Rede.

Jeden Montag und Freitag werden seit dem 27. April hunderte Schüler des Gymnasium Carolinum in Neustrelitz auf das Coronavirus getestet. Auch die Lehrkräfte und der Schulleiter machen mit. Mit rund 1.100 Schülern und etwa 90 Lehrern ist das Carolinum eines der größten allgemeinbildenden Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern. Gesponsert wird der Corona-Test von dem Rostocker Biotechnologie-Unternehmen Centogene.

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Als Schulträger genehmigte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte das Vorgehen. Durch diese Maßnahme erhofft man sich, dass "der erste Schritt in Richtung Normalität gemacht werden kann", heißt es in einem Infobrief des Schulleiters Henry Tesch. Das gleichzeitige Unterrichten der Schüler in einem Klassenraum soll dadurch bald wieder möglich sein. Derzeit lernen sie in Zehnergruppen, getrennt voneinander in separaten Räumen.

Grüner Punkt für getestet auf Namensschild – Stigmatisierung anderer, oder nicht? 

Alles basiere auf Freiwilligkeit. Für die Teilnahme muss man sich vorher registrieren, das Ergebnis kommt dann spätestens nach 24 Stunden per E-Mail. Jene, die sich regelmäßig testen lassen und negativ sind, bekommen auf ihr Namensschild, das um den Hals getragen wird, einen grünen Punkt. Und der bringt einem Vorteile  – etwa sich frei im Gebäude bewegen zu können. Abstandsregelungen gelten jedoch weiterhin. Doch die farbliche Markierung von Menschen sorgt auch für Kritik.

In einer Mitteilung der AfD-Kreistagsfraktion Mecklenburgische Seenplatte etwa ist die Rede von Stigmatisierung. Auch aus einem anderen Gymnasium ertönt Skepsis. So sagte Kai Behrns, Schulleiter des Richard-Wossidlo-Gymnasiums in Waren, gegenüber dem Nordkurier

Ich persönlich halte eine Einteilung von Menschen in getestet und nicht getestet für undenkbar.

Die Farbmarkierung würde zu tief in die Privatsphäre der Schüler eingreifen.

Das Erfassen von Gesundheitsdaten mag in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens sinnvoll, vielleicht sogar notwendig sein. Die Veröffentlichung ist es nicht. Erst recht bei Kindern und Jugendlichen halte ich es für völlig ausgeschlossen", so Behrns weiter gegenüber der Zeitung. 

Schulleiter Tesch, der von 2006 bis 2011 als CDU-Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes zuständig war, verteidigt jedoch das Vorgehen. So sagte er gegenüber dem Nordkurier, dass die Markierung unter anderem dabei helfe, die durch den Mindestabstand unglaublich langen Menschenschlangen aufzuteilen. So könnten die Schüler wenigstens schneller ins Gebäude gelangen. Außerdem verwies der 57-Jährige darauf, dass sich durch dieses Verfahren viele Lehrer – von denen einige in fortgeschrittenem Alter seien oder zu einer anderen Risikogruppe gehörten – dazu bewegen lassen, weiter zu unterrichten.

Laut Tesch würden die Schüler mitmachen. Allein von den Elftklässlern ließen sich mittlerweile 90 Prozent testen.

Kritik daran kommt vom Verband der akkreditierten Labore in der Medizin (ALM). Die Geschäftsführerin Cornelia Wanke sagte gegenüber dem Tagesspiegel

Mir erschließt sich kein medizinisch sinnvolles Konzept hinter dem Vorgehen von Centogene. Wissenschaftlich ist nicht erwiesen, dass das massenhafte Testen von Schülerinnen und Schülern etwas bringt. Dazu braucht es sinnvolle Teststrategien, die es mit den Fachärzten und Verantwortlichen vor Ort zu erarbeiten gilt, wie es die Mitglieder des ALM beispielsweise im Bereich einiger Pflegeeinrichtungen aktuell erproben.

Die akkreditierten Labore hätten, so Wanke weiter, "eine medizinische und ärztliche Verantwortung, die es zu beachten gilt. Alles andere ist rein ökonomisches Handeln."

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