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Umfrage: Mediziner sehen sinkende Ausgewogenheit in Berichterstattung zur Corona-Krise

Umfrage: Mediziner sehen sinkende Ausgewogenheit in Berichterstattung zur Corona-Krise
Unausgewogen? Die 20-Uhr-Tagesschau vom Sonntag
Die Medien berichten in der Corona-Krise unausgewogen und lassen dabei immer die gleichen Experten zu Wort kommen. Dies ist keine Äußerung von Teilnehmern einer "Hygiene-Demo", sondern ist die Meinung von über 80 Prozent der befragten Mediziner laut einer aktuellen Umfrage.

Gemäß einer aktuellen Umfrage bewerten Mediziner und Wissenschaftler in Deutschland die Berichterstattung zur Corona-Krise hierzulande zunehmend kritisch. Das geht aus der Zwischenauswertung einer Erhebung der beiden Universitätsklinika Tübingen und Hamburg-Eppendorf hervor, nachdem 178 Experten aus den Gebieten der Virologie, Mikrobiologie, Hygiene, Tropenmedizin, Immunologie und der Inneren Medizin/Intensivmedizin nach ihrer Einschätzung zur COVID-19-Pandemie und den diesbezüglich getroffenen staatlichen Maßnahmen befragt wurden.

Die Resultate sind laut der Mitteilung der Uniklinik Tübingen als Meinungsbild zum aktuellen Zeitpunkt in Deutschland zu verstehen und werden den Ergebnissen einer ähnlichen Studie gegenübergestellt, die im März erstellt wurde.

Demnach sehen die Experten die Rolle der Medien zunehmend kritisch. Nur noch 59 Prozent empfinden deren Berichterstattung zur Corona-Krise als sachlich. In der ersten Befragung betrug dieser Wert noch knapp 80 Prozent. Mehr als vier Fünftel der Befragten (82,6 Prozent) halten die mediale Berichterstattung für unausgewogen. Es kämen immer die Gleichen zu Wort. 62,9 Prozent der Befragten vermissen eine konstruktive Fachdiskussion mit unterschiedlichen Positionen der Experten. 

Zehn Prozent der Befragten beklagten sich über eine sehr restriktive Informationspolitik einiger Universitäten. Ein Drittel der Experten sah die freie Meinungsäußerung in der Wissenschaft bedroht. Dazu erklärte Professor Michael Schindler von der Universitätsklinik Tübingen:

Ein aus unserer Sicht bedenkliches Ergebnis. Wenn sich ein Drittel der Fachkolleginnen und Kollegen in ihrer freien Meinungsäußerung bedroht sieht, sollten wir unsere Diskussionskultur grundsätzlich hinterfragen.

Die Zustimmung zu den im Zuge der Krise von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen ist gesunken. Nur noch die Hälfte der Befragten befürwortet diese – bei der Erstbefragung im März waren es noch 80,7 Prozent. Der Ansatz, das öffentliche und wirtschaftliche Leben wiederherzustellen, dabei im Alltag aber weitgehend Atemmasken zu nutzen, wird von 62,9 Prozent befürwortet, gegenüber 16,8 Prozent im März.

Die Schließung von Kindergärten und Schulen sieht nur ein kleiner Teil der Befragten (weniger als fünf Prozent) als wichtige Maßnahme an. Mehr als 70 Prozent der Befragten befürwortet dagegen die Abstandsregel von zwei Metern sowie das Verbot von Großveranstaltungen als Maßnahmen für die Kontrolle und Eindämmung von SARS-CoV-2-Virus.

Eine ambivalente Haltung offenbarten die Experten beim Thema Atemmasken. Eine Mehrheit von ihnen sprach sich für das Tragen der Masken aus. Nur wenige allerdings hielten diese Maßnahme für besonders bedeutsam. Harte wissenschaftliche Belege für die Schutzwirkung der Masken waren nur sehr wenigen der Befragten bekannt, hingegen sahen 70 Prozent Risiken, die sich durch eine falsche Handhabung ergeben. Dazu sagte Professor Schindler:

In diesem Zusammenhang hat uns die diskrepante Haltung gegenüber dem Thema Atemmasken überrascht. Obwohl keine oder widersprüchliche Evidenz zu deren Schutzwirkung bekannt ist, befürwortet ein Großteil das Tragen zum Beispiel im ÖPNV. Auch Wissenschaftler sind nur Menschen und scheinen bei einigen Themen eher ihrem Bauchgefühl zu vertrauen.

Weitgehend unverändert blieb die Einschätzung der Experten zum Verlauf und zur Schwere der Erkrankung COVID-19. Durchschnittlich gehen sie von einer Ansteckungsrate der Bevölkerung mit dem Coronavirus von bis zu 50 Prozent aus. Die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Behandlung der Erkrankten wird bei etwa fünf Prozent gesehen, mit einer Sterblichkeit von einem Prozent.

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