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"Wenn jemand Angst hat, soll er zu Hause bleiben": Empörung über Kubicki-Äußerung

"Wenn jemand Angst hat, soll er zu Hause bleiben": Empörung über Kubicki-Äußerung
Wolfgang Kubicki, stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP, zu Gast in der ARD-Sendung "Anne Will" am 10.05.2020. Eine seiner Äußerungen sorgte nach der Talkshow vor allem auf Twitter für Aufregung.
Wie geht es in Deutschland weiter? Welche Corona-Beschränkungen werden nun gelockert? Geht das jetzt zu schnell? Seit Tagen wird darüber diskutiert, nun auch in der ARD-Sendung "Anne Will". Einige Äußerungen des FDP-Politikers Kubicki sorgten danach reichlich für Gesprächsstoff.

Seit Wochen fordert Wolfgang Kubicki ein sofortiges Ende von bundesweit einheitlichen Corona-Auflagen. Infektionsrechtlich sei das Argument einer bundesweiten Einheitlichkeit nicht tragbar, hatte der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP bereits Ende April in einem Interview mit dem Donaukurier gesagt. Es könnten demnach nicht verfassungsrechtlich in allen Bundesländern die gleichen Maßnahmen erlassen werden, wenn etwa festgestellt wird, dass in Bayern die Infektionswahrscheinlichkeit ungefähr viermal so hoch sei wie in Schleswig-Holstein.

Auf dem Alexanderplatz in Berlin führen Polizisten einen Demonstranten ab (9. Mai 2020).

Diese Meinung vertrat der FDP-Politiker auch am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Unter dem Titel "Deutschland macht sich locker – ist das Corona-Risiko beherrschbar?" griff die Moderatorin das Thema auf, das seit Wochen breit und unablässig diskutiert wird. Für Einige kommen Lockerungen der Corona-Beschränkungen zu schnell und gefährden alles bisher Erreichte. Für Andere jedoch ist es an der Zeit, von den Bürgern mehr Eigenverantwortung einzufordern und damit einen kürzeren Weg zurück in den Alltag zu finden, natürlich unter Einhaltung des Mindestabstands und der Hygieneauflagen.

Der FDP-Poltiker vertrat in der Talkrunde sozusagen die zweite Meinung – und zwar durchgängig. So meinte der 68-Jährige etwa, unser ganzes Gesellschaftsbild basiere auf der Annahme, dass Menschen eigenverantwortlich sind. Wenn wir das nicht mehr glauben würden, "müssten wir den meisten Menschen das Wahlrecht entziehen", erklärte Kubicki. Entscheidend sei, dass die Menschen für sich selbst sorgten, für ihre Sicherheit wie ihre Gesundheit.

Wir müssen die Eigenverantwortung wieder mehr in den Fokus nehmen.

Einige Sätze, die er in diesem Zusammenhang geäußert hatte, sorgten nach der Sendung in den sozialen Medien geradezu für Empörung: 

Menschen müssen für sich selbst sorgen. (...) Wenn jemand Angst hat, soll er zu Hause bleiben.

Seine Äußerung wurde etwa als "völlig empathielos" oder als ein Ausdruck von "Dreistigkeit" bezeichnet. Laut einem Twitter-Nutzer könne der sich ja "im Gegensatz zu vielen Menschen" leisten, einfach zu Hause zu bleiben.

Auch andere Twitter-Nutzer verwiesen darauf, dass viele Menschen, die als Krankenschwester, Pfleger, Verkäuferinnen oder Feuerwehrmänner arbeiten, sich nicht einfach aussuchen können, ob sie im Haus bleiben oder doch zur Arbeit gehen. Für sie gebe es ja kein Home-Office für die Erledigung ihrer Aufgaben.

Auch Politiker äußerten sich zu Kubickis Aussage. So warf ihm Fabio De Masi (Die Linke) "mangelnde Kenntnis der Realität arbeitender Menschen" vor.

Auch eine weitere Äußerung des Juristen Kubicki wurde kritisiert. So sagte er auch: "Wenn jemand Sorge hat, dass im Altenheim was passiert, soll er schlicht und ergreifend seine Angehörigen nicht besuchen." Sie wurde etwa von einem Twitter-Nutzer als "widerlich" bezeichnet. Ein anderer nannte sie "unverschämt" und "niederträchtig".

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