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Corona-Krise: Zahl der Intensivbetten in Deutschland offenbar deutlich geringer

Corona-Krise: Zahl der Intensivbetten in Deutschland offenbar deutlich geringer
(Symbolbild)
Laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft ist die Zahl der Intensivbetten in Deutschland während der Corona-Epidemie von 28.000 auf 40.000 gestiegen. Doch laut dem zentralen Register für Intensivbetten ist diese deutlich niedriger – und soll sogar unter 28.000 liegen.

Wenn während der Corona-Epidemie von dem "Abflachen der Kurve" die Rede ist, dann steht vor allem ein Verhältnis im Mittelpunkt: das der Anzahl infizierter Menschen zur Anzahl der zur Verfügung stehenden Intensivbetten. Werden zu viele Menschen auf einmal krank und brauchen infolge eine intensive medizinische Betreuung, droht eine Überlastung des Gesundheitssystems. Reichen die Intensivbetten nicht aus, so könnten Ärzte in Deutschland so wie in Italien vor die lebensentscheidende Frage gestellt werden, welchem Patienten sie das noch vorhandene Beatmungsgerät zuteilen und welchem sie es verwehren.

Aufkleber am Eingang des Einkaufszentrums Europa-Passage in der Hamburger Innenstadt, auf dem auf die Verpflichtungen hingewiesen wird, Abstand zu halten und Masken zu tragen.

Hoffnungsvoll stimmte in diesem Zusammenhang eine Mitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vom Donnerstag, wonach die Zahl der Intensivbetten während der Corona-Epidemie auf knapp 40.000 angewachsen sei – zuvor betrug sie 28.000. Von diesen seien etwa 15.000 bis 20.000 unbelegt, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß.

Zu Beginn der Pandemie hatten wir etwa 20.000 Betten mit Beatmungsgerät. Inzwischen dürften wir bei etwa 30.000 liegen.

Zum Teil seien die Beatmungsgeräte aus anderen Bereichen wie beispielsweise aus Aufwachräumen geholt worden, zum Teil sei neu beschafft, zum Teil seien ausgemusterte Geräte reaktiviert worden.

Ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden zwei Wochen für alle COVID-19-Patienten, die beatmet werden müssen, ein Gerät zur Verfügung haben werden", sagte Gaß.

Am selben Tag teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit, dass deutsche Krankenhäuser im internationalen Vergleich über eine hohe Versorgungsdichte mit Intensivbetten verfügten. Dies gehe aus aus einem Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) auf Grundlage verschiedener Erhebungen in zehn ihrer Mitgliedstaaten aus den Jahren 2013 bis 2020 hervor. Demnach kamen in Deutschland 33,9 Intensivbetten auf 100.000 Einwohner. Die Zahlen beziehen sich auf die Anzahl der Intensivbetten vor Ausbruch der Corona-Krise.

Auch Österreich (28,9 Intensivbetten je 100.000 Personen) und die Vereinigten Staaten (25,8) weisen den Angaben zufolge eine vergleichsweise hohe Dichte auf. Deutlich geringer waren die Kapazitäten in den gegenwärtig besonders stark von der Pandemie betroffenen europäischen Ländern Spanien mit 9,7 und Italien mit 8,6 Intensivbetten je 100.000 Einwohner.

Divi widerspricht: Zahl liegt momentan unter 28.000

Doch die derzeitige Lage in Deutschland ist offenbar nicht so rosig, wie hier gezeichnet. "Wir können die Zahl von 40.000 Intensivbetten in keinster Weise bestätigen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Sonntag gegenüber dem Handelsblatt unter Berufung auf das zentrale Register für Intensivbetten.

Ärzte und Krankenschwestern kümmern sich um Patienten in einem temporären Krankenhaus für COVID-19-Kranke, das Ende März in einem Kongress- und Messezentrum in Madrid eröffnet wurde.

Demnach gab es am Freitagnachmittag 13.346 Betten, die mit allen Arten von Intensivpatienten belegt waren, 10.074 waren hingegen frei. Zusammen also noch weniger als die 28.000, die laut amtlicher Statistik schon vor der Corona-Epidemie zur Verfügung standen.

Doch selbst die Zahl sei noch zu hoch gegriffen, da man "schon rund zehn Prozent abziehen" müsste, "die wegen Personalmangel nicht benutzt werden konnten", so die Sprecherin. In der Kinderintensivmedizin seien es "sogar 20 Prozent" weniger. Von den derzeit 13.346 belegten Intensivbetten dienten 2.680 der Behandlung von Corona-Patienten, von denen 83 Prozent beatmet werden müssten.

Gesundheitsminister Spahn will Meldung verpflichtend machen

Bislang erfolgte die Meldung freier Kapazitäten auf freiwilliger Grundlage. Laut dem Handelsblatt melden inzwischen rund 1.119 von insgesamt 1.160 Krankenhäusern mit Intensivstation ihre Kapazitäten an das Divi. Allerdings sei unklar, ob sich dahinter teilweise Mehrfachmeldungen verbergen, weil große Kliniken mehrere Intensivabteilungen haben.

Künftig müssen Kliniken freie Intensivbetten jedoch verpflichtend und täglich an ein zentrales Register melden. Das sieht ein Verordnungsentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor. "Wir brauchen einen genauen Überblick über belegte und freie Intensivbetten in Deutschland", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die allermeisten Kliniken meldeten bereits freiwillig ihre aktuelle Kapazität, aber leider immer noch nicht alle. "Wenn alle transparent zusammenarbeiten, gelingt eine bessere Versorgung", sagte Spahn.

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(rt/dpa)

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