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Merkel: Keine Debatte über Lockerung des "Shutdowns"

Merkel: Keine Debatte über Lockerung des "Shutdowns"
Angela Merkel am Sonntagabend in Berlin
Das öffentliche Leben in Deutschland ist aufgrund der in der Corona-Krise verhängten staatlichen Maßnahmen weitgehend lahmgelegt. Nun widerspricht die Kanzlerin Stimmen, die auf eine Lockerung dieser Maßnahmen drängen. Für eine solche Debatte sei es zu früh, so Merkel.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Debatte über die Lockerung der gegen die Ausbreitung des Coronavirus getroffenen Maßnahmen für verfrüht. In einer Telefon-Pressekonferenz am Donnerstagabend sagte die seit 2005 regierende Kanzlerin wörtlich:

Ich möchte hier sehr klar sagen, dass im Augenblick nicht der Zeitpunkt ist, über die Lockerung dieser Maßnahmen zu sprechen. Wir haben, wenn Sie sich die Zahlen anschauen, immer noch einen sehr starken Anstieg von Neuinfektionen. Und das Ziel ist ja, dass wir die Maßnahmen so gestalten, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird.

Am Pariser Platz in Berlin am Montag dieser Woche

Deshalb ist ein interessanter Faktor, ein Faktor, der sagt: Wie lange dauert es eigentlich, dass sich die Zahl der Neuinfizierten verdoppelt? Im Augenblick sind wir bei etwa vier bis fünf Tagen in Deutschland. Und wir haben gestartet einmal, dass es nur zwei Tage gedauert hat, bis sich die Zahl der Neuinfektionen verdoppelt hat. Wir müssen durch unsere Maßnahmen sehr viel länger, also sehr viel mehr Tage noch erreichen, etwa in Richtung von zehn Tagen.

Insofern ist im Augenblick überhaupt noch nicht der Zeitpunkt, darüber zu sprechen. Es kann auch noch nicht der Zeitpunkt sein, denn die Maßnahmen, die wir ja erst am Montag in weiten Teilen Deutschlands eingesetzt haben, heute ist Donnerstag, diese Maßnahmen können sich noch nicht widerspiegeln in der Frage, wann wir wirklich dann auch sehen, welche Neuinfektionen nach Einführung der Maßnahmen überhaupt aufgetreten sind.

Denn wir wissen doch, dass die Inkubationszeit mindestens fünf Tage dauert, bis 14 Tage dauern kann, deshalb sind ja auch die Quarantänen so lange ausgelegt. Deshalb sind wir noch gar nicht in dem Bereich, um zu sehen, ob unsere Maßnahmen wirken. Und deshalb muss ich die Menschen in Deutschland hier wirklich um Geduld bitten.

Es war immer klar, dass wir erst dann, wenn wir Effekte sehen, darüber nachdenken können, und ich habe Ihnen eben einen Maßstab genannt, von dem wir leider noch ein ganzes Stück entfernt sind. Und alles geht darauf hin, dass wir erreichen wollen, dass die Menschen in unserem Land so erkranken, traurigerweise erkranken, dass unser Gesundheitssystem dadurch möglichst nicht überfordert wird. Und das wird auch uns sehr viel abverlangen.

Bund und Länder hatten sich zur Eindämmung der Epidemie in der vergangenen Woche auf ein "umfassendes Kontaktverbot" verständigt. Dieses beinhaltet Ausgangsbeschränkungen und die teilweise Schließung von Gastronomie und Dienstleistungsbetrieben und hat zum weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens geführt.

Wie die politische Opposition begleiten auch die Mainstream-Medien das Krisenmanagement der Bundesregierung insgesamt und den verordneten "Shutdown" im Besonderen eher wohlwollend. Diese Darstellung scheint auch die Wahrnehmung der Bevölkerung zu beeinflussen.

Die Parteien der "Großen Koalition" konnten in mehreren Umfragen zum Teil deutlich zulegen. Nun berichtet die Nachrichtenagentur dpa von einer durch das Meinungsforschungsinstituts YouGov durchgeführten Umfrage, nach der 54 Prozent das Krisenmanagement der Regierung in der Krise positiv bewerten. Unzufrieden seien dagegen nur 38 Prozent.

Allerdings treffen die staatlichen Maßnahmen auch auf Kritik. So bemängelte etwa Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, das Krisenmanagement der Regierung deutlich. Er kritisierte zum einen die unzureichende Vorbereitung auf die Krise und die mangelhafte Versorgung mit Schutzmaterial.

Zum anderen sprach er sich wie andere Experten auch gegen die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens aus. Diese sei bei der Bekämpfung der Epidemie nicht zielführend und mit erheblichen sozialen und ökonomischen Kosten verbunden.

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