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"Teufel in Menschengestalt": Amazon in Kritik wegen Vertrieb von Nazi-Kinderbüchern über Juden

"Teufel in Menschengestalt": Amazon in Kritik wegen Vertrieb von Nazi-Kinderbüchern über Juden
"Teufel in Menschengestalt": Amazon in Kritik wegen Vertrieb von Nazi-Kinderbüchern über Juden
Der Onlineversandhändler Amazon geriet wegen antisemitischer Kinderlektüre aus der Nazi-Zeit in seinem Sortiment in Erklärungsnot. Die Propagandabücher waren Teil nationalsozialistischer Rassenpolitik gegen das jüdische Volk und sind in mehreren Sprachversionen verfügbar.

Bei den Druckwerken handelt es sich um die Kinderbücher "Der Giftpilz" und "Der Pudelmopsdackelpinscher" des deutschen Schriftstellers Ernst Hiemer. Die beiden Bände wurden während des Dritten Reiches vom nationalsozialistischen Publizisten Julius Streicher, einem engen Vertrauten Hitlers, veröffentlicht. Sie greifen gängige Vorurteile und antisemitische Ressentiments auf, die auf der NS-Rassenlehre beruhten. Dazu gehört die Darstellung von Juden als Kinderschänder und Streber nach der Weltherrschaft.

"Der Giftpilz" stammt aus dem Jahr 1938 und wurde im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher von der Anklage als Hauptbeweismittel gegen Streicher verwendet.

Das Buch stigmatisiert einen Juden als einen Verfolger der Arbeiterklasse, Rassenschänder, Teufel in Menschengestalt, Giftpilz und Mörder", zitiert die Zeitung Daily Mail die Nürnberger Prozessakten.

Die erste Seite des Buches besagt:

Wie die Giftpilze oft schwer von den guten Pilzen zu unterscheiden sind, so ist es oft sehr schwer, die Juden als Gauner und Verbrecher zu erkennen.

Begleitet von antisemitischen Zeichnungen sollte es Kinder und Jugendliche im Dritten Reich unter anderem darüber belehren, dass Juden kleine Jungen und Mädchen missbräuchten, die jüdische Heilige Schrift alle Verbrechen beschönige bzw. sie darüber aufklären, an welchen körperlichen Eigenschaften Juden zu erkennen seien.

"Der Pudelmopsdackelpinscher" war erstmals im Jahr 1940 erschienen und befürwortet ebenso die Judenverfolgung und -vernichtung. Laut der Warenbeschreibung im Amazon-Katalog enthält das Buch zahlreiche Geschichten über gefährliche oder harmlose Tiere wie Hyänen, Heuschrecken oder Bandwürmer, die jeweils auf diese oder jene Weise mit Juden verglichen werden.

Die beiden Druckwerke sind auf Amazon in englischer, deutscher, französischer und spanischer Ausgabe für je zehn US-Dollar zu haben.

Die Zulassung der Bücher zum freien Verkauf löste eine hitzige Diskussion in den sozialen Netzwerken aus. Man übte harsche Kritik am Amazon-Chef Jeff Bezos und forderte das Unternehmen dazu auf, der "Abscheulichkeit Einhalt zu gebieten". Kritiker mahnten außerdem, dass die Zielgruppe der Bücher nicht Kunstsammler, sondern Kinder seien.

Ihre Opponenten verteidigten die Ausgaben jedoch als wertvolle und sehr exemplarische Nachweise für die nationalsozialistische Jugendpropaganda und die Indoktrination der Kinder in Nazi-Deutschland. Ihrer Meinung nach seien die Bücher sogar als Mittel im Kampf gegen antisemitische Ideologie und Propaganda empfehlenswert.

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