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Computerspiel "Call of Duty: Modern Warfare": Der Russe als blutrünstiges Monster

Computerspiel "Call of Duty: Modern Warfare": Der Russe als blutrünstiges Monster
Der Bösewicht Barkov in einer Szene aus dem Spiel. Gleich darf der Spieler ein "Waterboarding" über sich ergehen lassen.
"Künstliche Intelligenz" (KI) ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Für manche ist sie eine Verheißung, für andere eher eine Bedrohung. Dabei sollte man sich vielmehr Sorgen um die "natürliche Intelligenz" machen. Vor allem bei so manchen Spieleentwicklern.

Es war eines der Themen, das nach dem Anschlag in Halle die Schlagzeilen beherrschte: Tragen Computerspiele zur Verrohung der Gesellschaft bei? Die Forscher sind sich da uneinig. Die auffindbaren Studien widersprechen sich zum Teil. Diese sagt Ja, jene sagt Nein.

Unbestreitbar ist jedoch, dass vor allem einschlägige Ballerspiele, die Kriegssituationen simulieren, immer einen finsteren Bösewicht brauchen. Gerne greift man dabei auf meistens fiktive Terroristen jeglicher Couleur und Herkunft zurück. Den Entwicklern der erfolgreichen Spielreihe "Call of Duty" war das offenbar nicht finster genug.

Die neueste Ausgabe des Spiels, "Call of Duty: Modern Warfare", legt noch eine Schippe drauf und präsentiert der Welt das ultimative Böse: den blutrünstigen Russen. In dem Spiel bekommt man es unter anderem mit dem russischen General "Roman Barkov" und dessen Armee zu tun. Ein abtrünniger Warlord, der im fiktiven Land "Urzikstan" ein Terrorregime errichtet hat. Und dieser Warlord hat es in sich.

Mission Caracas. Ein Screenshot aus dem Spiel

Obwohl das Spiel in den meisten Medien positiv besprochen wurde, erhielt es von den Usern auf der wichtigen Gamer-Plattform Metacritic kurz nach der Veröffentlichung äußerst miese Bewertungen. Die PC-Version bekam vom Metacritic 81 von 100 möglichen Punkten. Doch die User vergaben nur 2,7 von zehn möglichen Punkten. Die Version für die PlayStation bekam von Metacritic 82 von 100 Punkten, doch die Gamer vergaben nur 3,2 von zehn. Ein Desaster für den Spielentwickler. Wie kam es dazu?

Auf der Online-Plattform Reddit und auf Metacritic ließen viele Spieler ihrem Unmut freien Lauf. Die Darstellung Russlands sei komplett überzogen, so der Tenor. Das Magazin GameStarfasste einige Kritikpunkte der Gamer zusammen: 

Das sadistische Monster mit russischer Rückendeckung

Es werde überhaupt nicht deutlich, dass General Barkov ohne Unterstützung seiner Regierung handele. Die gesamte Kampagne über wirke er wie eine Karikatur des bösen russischen Befehlshabers, der die russische Armee auf unschuldige Menschen loslässt. Dass er zudem in einer Waterboarding-Mission wie ein sadistisches Monster auftrete, untergrabe jede Glaubwürdigkeit.

Computerspiel "Call of Duty: Modern Warfare": Der Russe als blutrünstiges Monster
Und auf geht's zum "Waterboarding".

Der Russe als Kriegsverbrecher und Minotaurus

Die russischen Soldaten erschienen in dem Spiel als blutrünstige Monster, die kein Kriegsverbrechen scheuen. Besonders in einer Mission des Spiels (Farah-Mission), in der man in der Rolle eines kleines Mädchens vor Angreifern flieht, werde das deutlich. Endgegner des Levels sei ein russischer Soldat mit Gasmaske, der an einen Minotaurus angelehnt sei.

US-amerikanische Kriegsgräuel den Russen untergeschoben

Das Spiel unterstelle den Russen Kriegsgräuel, die in der Realität von westlicher Seite begangen wurden. Als Beispiel wird eine Mission genannt, in der der Spieler auf einem Fahrzeugfriedhof russische Angreifer ausschalten soll. Dieser sogenannte "Highway of Death" wird in dem Spiel als Ergebnis russischer Attacken dargestellt.

Computerspiel "Call of Duty: Modern Warfare": Der Russe als blutrünstiges Monster
"Highway of Death" revisited.

Gerade der letzte Kritikpunkt der Gamercommunity entpuppt sich als besonders perfide. Der "Highway of Death" hat ein historisches Vorbild: In der Nacht vom 26. auf den 27. Februar 1991 bombardierten US-amerikanische Truppen irakische Streitkräfte, die sich auf dem Rückzug aus Kuwait befanden. Zwischen 1.400 und 2.000 Fahrzeuge wurden auf dem Highway 80 nördlich von al-Dschahra im gleichnamigen Gouvernement al-Dschahra getroffen. Auf dem weniger bekannten Highway 8 nach Basra sollen es zwischen 400 und 700 gewesen sein.

Zwar wurde der Vorfall niemals vor ein internationales Gericht gebracht, doch nicht wenige sahen in den Angriffen ein Kriegsverbrechen der US-Armee.

Angesichts der Kritik an dem Spiel erscheint die Entscheidung Sonys, das Spiel nicht im russischen PlayStation Store anzubieten, als durchaus weise. 

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