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"Wie ein Mädchen"? Always entfernt nach Kritik von Transgendern Venussymbol von Damenbinden

"Wie ein Mädchen"? Always entfernt nach Kritik von Transgendern Venussymbol von Damenbinden
Die Damenbinden der Marke Always werden künftig ohne das Venussymbol ausgeliefert. Damit gab das Unternehmen Procter & Gamble Kritikern aus der Transgender-Szene nach. Nun fühlen sich die eigentlichen Käufer der Produkte diskriminiert – Frauen.

Der US-amerikanische Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Company (P&G) hat beschlossen, das sogenannte Venussymbol – einen Kreis mit einem darunterliegenden kleinen Kreuz – von seinen Damenbinden der Marke Always zu entfernen. Vorausgegangen waren Proteste von Transgendern, die sich durch das Symbol diskriminiert fühlten. Nicht jeder Mensch, der menstruiert, identifiziere sich als Frau, so deren Argument.

Symbolbild

Der prominenteste dieser Transgender-Aktivisten ist der 18-jährige Filmemacher Ben Saunders, der sich im Juni mit einer öffentlichen Beschwerde an das Unternehmen gewandt und mit einem Boykott der Always-Produkte gedroht hatte, weil die Symbolik Transgender-Kunden diskriminiere.

In der vergangenen Woche nun antwortete Procter & Gamble Saunders. In der Nachricht heißt es wörtlich:

Wir haben dir zugehört, und unser Marketingteam hat eine Lösung ausgearbeitet! Wir freuen uns, dir mitteilen zu können, dass wir ab Dezember eine neue Verpackung verwenden werden, die ohne das Weiblichkeitssymbol auskommt. 

Saunders zeigte sich zufrieden. Da der Aktivist nach zahlreichen Anfeindungen sein Twitter-Profil auf privat gestellt hat, hier ein Screenshot seines Tweets.

"Wie ein Mädchen"? Always entfernt nach Kritik von Transgendern Venussymbol von Damenbinden

Dafür sah sich Procter & Gamble nach Bekanntwerden dieser Entscheidung Kritik von anderer Seite ausgesetzt. Die Entfernung des Venussymbols stieß bei Frauen auf Unverständnis. Auf Twitter breitet sich der Hashtag #BoycottAlways aus.

Eine Nutzerin schrieb:

Ich werde eure Produkte nicht mehr für mich oder meine Teenager-Töchter kaufen. Wir sind Frauen. Ihr erkennt diese Tatsache nicht mehr an. Männer haben keine Periode, noch verwenden sie eure Produkte.

Eine andere Nutzerin schrieb:

LEUTE kriegen keine Periode. Frauen kriegen sie.

LEUTE werden nicht schwanger. Frauen werden es.

LEUTE stillen nicht. Frauen tun es.

WEIBLICH zu sein ist kein "Gefühl". Es sind nicht Rüschenkleider, Stöckelschuhe, lange Haare und Make-up. Es macht mich krank zu sehen, wie mein Geschlecht ausgelöscht und trivialisiert wird, um allen anderen entgegenzukommen.

In einem anderen Tweet heißt es:

Always, eure Produkte sind für Frauen, eure Kunden sind Frauen, eure Gewinne kommen von Frauen, aber ihr verkauft die Frauen, indem ihr den "beleidigten" Wenigen nachgebt. Genug ist genug, der Boykott hat begonnen.

Andere Nutzer wurden noch deutlich drastischer. Der Versuch, sich dem Zeitgeist anzubiedern, könnte für Procter & Gamble nach hinten losgehen. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte: 

Seit über 35 Jahren setzt sich Always für Mädchen und Frauen ein, und das werden wir auch weiterhin tun. Wir setzen uns auch für Vielfalt und Inklusion ein, und wir wissen, dass nicht jeder, der eine Periode hat und eine Binde benutzen muss, sich als weiblich identifiziert. Deshalb wollten wir sicherstellen, dass sich jeder, der ein solches Produkt verwenden muss, sich dabei immer wohlfühlt.

Damit könnte womöglich auch der alte Slogan "Wie ein Mädchen" in Frage gestellt werden, mit dem Always unter Umkehrung althergebrachter Sterotype Mädchen und jungen Frauen Selbstbewusstsein vermitteln wollte. Auch der Begriff "Damenbinde" selbst könnte bei Anlegen dieser Maßstäbe eine Modifizierung erfahren; und ob der Damenrasierer von Gillette, das heute auch zu Procter & Gamble gehört, noch lange unter dem Namen Venus firmieren wird, dürfte auch bezweifelt werden.

Der Vorgang um die Always-Damenbinden und das Venussymbol wirkt wie aus einem Monty-Python-Sketch der 1970er Jahre. Dabei spiegelt sich in ihm die gesellschaftliche Wirklichkeit der Gegenwart, in der die verschiedenen Verästelungen der politischen Korrektheit im Westen zunehmend in Widerspruch zueinander geraten und gleichzeitig die Gesellschaft immer weiter fragmentiert wird. Diese ungewöhnlichen Umstände bereiten offenbar auch großen Unternehmen und deren Marketingabteilungen zunehmend Schwierigkeiten.

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