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Immer mehr "Koks-Taxis" rollen durch Berlin – RT schaut hinter die Kulissen

Immer mehr "Koks-Taxis" rollen durch Berlin – RT schaut hinter die Kulissen
Bestellung per Anruf und schnelle Lieferung an die Wunschadresse des Kunden: In Berlin sind immer mehr sogenannte Koks-Taxis unterwegs. (Symbolfoto)
Bei Anruf Droge: In Berlin läuft der Handel mit Kokain zunehmend mithilfe sogenannter "Koks-Taxis". Unauffällig und innerhalb kürzester Zeit wird die bestellte Droge vor die Haustür oder den Club-Eingang geliefert. RT gelang ein Einblick in die Parallelwelt.

Die Nachfrage nach Kokain in der Hauptstadt ist nach Polizeiangaben in den letzten Jahren rasant gestiegen. Dies geht auch aus dem jüngst vorgestellten Jahresbericht der EU-Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hervor. So habe sich etwa die Menge der Kokainspuren, die im Berliner Abwasser gemessen wurden, innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Pro Tag werden in der Hauptstadt etwa durchschnittlich mehr als viereinhalb Kilogramm pures Kokain konsumiert. Die Kunden kommen inzwischen aus allen Schichten der Gesellschaft.

Und auch die Dealer in der Hauptstadt werden immer raffinierter, um ihre illegale Ware an den Verbraucher zu bringen. So registriert die Berliner Polizei etwa, dass für den Handel von illegalen Substanzen, allen voran dem "weißen Pulver", zunehmend sogenannte "Koks-Taxis" eingesetzt werden. Bei Anruf oder SMS wird das Kokain in kürzester Zeit an die gewünschte Adresse geliefert. Direkt im Auto finden die Übergabe und Bezahlung statt.

Visitenkarten für schnelle Bestellung

Die Bestellungen laufen über einzelne Handynummern, die über Mundpropaganda oder durch spezielle Visitenkarten verbreitet werden. Auf den Kärtchen wird der Service etwa als Entrümpelung oder Obstverkauf angeboten. Die jeweiligen Visitenkarten werden meist in den Berliner Szenestadtteilen Kreuzberg, Friedrichshain oder Neukölln vor Bars mit Touristen verteilt. Im Zuge unserer Recherchen zu diesem Thema ist RT Deutsch ein solches Lieferkärtchen, getarnt als "Joshua's Entrümpelung", zugespielt worden. 

Immer mehr "Koks-Taxis" rollen durch Berlin – RT schaut hinter die Kulissen
Visitenkarte für ein "Koks-Taxi"

Im folgenden Video illustriert RT, wie problemlos eine Telefonbestellung via "Koks-Taxi" in Berlin ablaufen kann.

Die Berliner Polizei hat nun diese Art von Drogenhandel verstärkt im Blick. Wie aus einem Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) hervorgeht, führt die Polizei seit Mai eine gesonderte Statistik zu Fällen von "Lieferservices" bei illegalem Handel mit Kokain. So seien bis Oktober 35 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Wir haben derzeit bei uns in der Dienststelle eine Belastung mit Ermittlungen zu Kokain-Lieferservicen, die ein ganzes Kommissariat beschäftigen. Das war in den Vorjahren nicht so", sagte Olaf Schremm, Leiter des Dezernats für Rauschgift- und Arzneimittelkriminalität beim Landeskriminalamt, dem rbb

Gesteuert werde das Geschäft demnach über Kokain-Callcenter. Pro Tag gingen laut Schremm in Berlin bei solchen Handynummern der Dealer Anrufe in dreistelliger Höhe ein.

Wie die Zahlen der Berliner Polizei zeigten, die dem rbb vorlagen, starben im Jahr 2016 in Berlin 21 Menschen nach dem Konsum von Kokain. Im vergangenen Jahr waren es 35, und im laufenden Jahr kamen bis einschließlich Juli bereits 25 Menschen wegen der Droge ums Leben. Nach Heroin ist das "weiße Pulver" die zweithäufigste Todesursache bei Drogenkonsumenten. Nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) starben 2018 in Berlin insgesamt 191 Menschen an den Folgen ihres Rauschmittelkonsums, 23 mehr als 2017. In diesem Jahr waren es bis Juli bereits 123 Drogentote.

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